Deutschland: Wann Boris Palmer die AfD in einer Regierung sinnvoll findet
Herr Palmer, in Ihrer Stadt gab es zuletzt mit 6,5 Prozent deutlich weniger AfD-Wähler als im Bundesschnitt. Wie erklären Sie sich das?
Tübingen ist eine bürgerlich bis grün-linke Akademikerstadt. Die meisten Bürger lehnen die AfD strikt ab. Die anderen wissen, dass ihr Bürgermeister die Themen konsequent anspricht und abarbeitet, mit denen die AfD sonst punktet. Allen voran die Einwanderungsfrage.
Oder liegt es nicht einfach daran, dass es den Menschen in Tübingen überdurchschnittlich gut geht und sie deswegen keinen Grund haben, sich nach Alternativen umzuschauen?
Den Menschen in Böblingen oder Düsseldorf geht es auch gut. Die wählen aber trotzdem deutlich häufiger AfD. Für die Stadtgesellschaft hier ist es tatsächlich entscheidend, dass ich neben Klimaschutz und einer zukunftsgerichteten Politik auch für Law and Order stehe. Eine starke Zivilgesellschaft mit einer progressiven Grundorientierung und eine Politik im Rathaus, die auf Ordnung setzt – diese Kombination ist das stärkste Bollwerk, das man gegen die AfD konstruieren kann.