Geldanlage: Klaus Kaldemorgen warnt Anleger vor Risiko in ihren Depots
Frankfurt. Nach der vorläufigen Entspannung im Zollkonflikt zwischen den USA und China haben Anleger offenbar wieder mehr Vertrauen in die Aktienmärkte. Der breite US-Index S&P 500 notierte Ende vergangener Woche so hoch wie seit Ende Februar nicht mehr. Der Kapitalmarktexperte Klaus Kaldemorgen blickt im Doppelinterview mit Co-Fondsmanager Christoph Schmidt dennoch skeptisch auf die Einigung. „Es existiert noch kein endgültiger Deal, alles ist unter Vorbehalt und temporär“, sagte Kaldemorgen. Am Kapitalmarkt werde derzeit „schnell geschossen“.
Kaldemorgen und Schmidt leiten den mehr als 14 Milliarden Euro schweren DWS-Mischfonds „Concept Kaldemorgen“. Er gilt als wichtiger Ertragsbringer der Deutsche-Bank-Tochter.
Laut Kaldemorgen ist offen, ob das Ausland weiterhin bereit ist, „das amerikanische Handelsbilanzdefizit durch entsprechende Zuflüsse in US-Treasuries zu finanzieren“. Am Freitagabend hatte die Ratingagentur Moody’s den USA die Topbewertung für ihre Kreditwürdigkeit entzogen.
Im Dollar sehen die Fondsmanager ein Währungsrisiko, dessen sich viele Anleger nicht bewusst seien. Zugleich betonen die beiden: Um gewisse US-Tech-Werte komme man als Anleger nicht herum.
Im Interview kündigte der 71-jährige Kaldemorgen an, sich „in absehbarer Zukunft“ als verantwortlicher Fondsmanager zurückzuziehen.