Tesla: Europas größter Pensionsfonds verkauft alle Tesla-Aktien
Düsseldorf. Europas größter Pensionsfonds, Stichting Pensioenfonds ABP, hat im dritten Quartal seine gesamte Beteiligung an Tesla im Wert von 571 Millionen Euro (585 Millionen Dollar) verkauft. Der Grund für den Ausstieg sind allerdings nicht Musks umstrittenen politischen Aktivitäten. Der Pensionsfonds hat verkauft, weil Tesla nach seiner Meinung gegen die Prinzipien der guten Unternehmensführung verstoßen hat.
Konkret geht es unter anderem um ein milliardenschweres Vergütungspaket für Elon Musk. Das Gehaltspaket geht auf eine Vereinbarung von 2018 zurück und war von Anfang an ungewöhnlich. Es gewährte Musk weder ein Grundgehalt noch Bonuszahlungen. Stattdessen sollte er Aktienoptionen erhalten, aber nur, wenn bestimmte Meilensteine erreicht würden.
2018 hatte kaum jemand damit gerechnet, dass der Tesla-Chef die gesetzten Ziele erreichen würde, doch der Kurs des E-Auto-Bauers schoss in die Höhe. Ende 2018 war die Aktie rund 22 Dollar wert, heute sind es 394 Dollar. Durch den starken Kursanstieg von Tesla war der Wert von Musks Gehaltspaket von 2,6 Milliarden auf 56 Milliarden Dollar angestiegen. „Wir hatten ein Problem“ mit dem Gehaltspaket, sagte ein Sprecher des niederländischen Pensionsfonds am Sonntag.
Ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware hatte die Auszahlung des Pakets bereits im Januar 2024 untersagt. Die Richterin begründete den Schritt damit, dass Musk bei den Verhandlungen zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe, gleichzeitig seien die Aktionäre über diese Verbindungen im Dunkeln gelassen worden.
Daraufhin stimmten die Tesla-Aktionäre im Juni 2024 erneut ab und sprachen sich mehrheitlich dafür aus, dass Musk die Milliarden erhalten sollte. Im Dezember stoppte die zuständige Richterin Kathaleen McCormick das Gehaltspaket allerdings erneut, gegen dieses Urteil wollte Musk zuletzt Berufung einlegen.
Der niederländische Pensionsfonds ABP hatte im Juni gegen das Gehaltspaket gestimmt und bezeichnete es als „umstritten und außergewöhnlich hoch“. Bei seiner Entscheidung, die Tesla-Anteile zu verkaufen, habe der Fonds neben den Kosten und der Rendite auch seine Anforderungen an verantwortungsvolle Investitionen berücksichtigt. Neben Musks hohem Gehalt kritisiert der Fonds auch die schlechten Arbeitsbedingungen bei Tesla.
Zuerst hatte die niederländische Zeitung „Het Financieele Dagblad“ über den Ausstieg berichtet.
Erstpublikation: 14.01.2025, 07:24 Uhr.