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US-AktienNorwegens Staatsfonds handelt jetzt gegen den Markttrend

Der weltgrößte Staatsfonds leidet unter der schwachen Performance von Aktien aus den USA. Mit einer Neugewichtung könnte der Fonds dazu beitragen, dass sich die Papiere schneller erholen. 25.04.2025 - 14:35 Uhr Artikel anhören
Ölplattform in der Nordsee: Der norwegische Staatsfonds verwaltet das Vermögen aus dem Ölgeschäft. Foto: dpa

Düsseldorf. Der norwegische Staatsfonds hat einen Milliardenverlust eingefahren. Das Minus belief sich im ersten Quartal auf 415 Milliarden Kronen (34,89 Milliarden Euro), wie der größte Staatsfonds der Welt am Donnerstag mitteilte.

Nicolai Tangen, Geschäftsführer des Fondsverwalters Norges Bank Investment Management (NBIM), sagte: „Das Quartal war von erheblichen Marktschwankungen geprägt.“

Der Fonds verwaltet ein Vermögen von umgerechnet etwa 1,5 Billionen Dollar. Er investiert die Einnahmen des norwegischen Staates aus der Öl- und Gasproduktion unter anderem in Aktien, Anleihen und Immobilien.

Aktien machen 71,4 Prozent der Gesamtinvestitionen aus, wobei US-Aktien einen Anteil von 58 Prozent haben. Während US-Titel in den vergangenen Jahren meist besser liefen als die restlichen Welt-Börsen, hat sich der Trend in diesem Jahr gedreht.

Der Index MSCI USA verlor im ersten Quartal 5,2 Prozent, wohingegen der MSCI Europe fast zehn Prozent zulegte. Da Europa im Aktienportfolio des norwegischen Staatsfonds aber nur einen Anteil von 22 Prozent hat, konnte das die Verluste aus den USA nicht ausgleichen.

Norwegischer Staatsfonds: Tech-Aktien belasten Ergebnis

Die Verluste sind auch auf die schwache Entwicklung des Technologiesektors zurückzuführen, sagt Tangen. Allein Apple, Microsoft, Nvidia, Alphabet, Amazon und Meta haben im Aktiendepot ein Gewicht von fast 17 Prozent. Diese Titel fielen im ersten Quartal noch stärker als der restliche US-Markt.

Im zweiten Quartal dürfte sich dieser Trend durch den von US-Präsident Donald Trump gestarteten Zollkrieg bislang fortgesetzt haben. Der MSCI USA verlor im April bislang weitere vier Prozent an Wert. Tangen sagte allerdings nicht, wie sich die Marktturbulenzen im April auf die Investitionen ausgewirkt haben.

Insgesamt verloren die Aktienanlagen im ersten Quartal 1,6 Prozent an Wert. Die Anlagen in festverzinste Wertpapiere stiegen dagegen um 1,6 Prozent. Auch die Investitionen in nicht börsennotierte Immobilien lieferten mit 2,4 Prozent eine positive Rendite, Anlagen in nicht börsennotierte Infrastruktur für erneuerbare Energien gewannen 1,2 Prozent an Wert.

Nicolai Tangen: Der Chef des norwegischen Staatsfonds musste ein schwaches Quartalsergebnis erklären. Foto: Bloomberg

Gemessen an seinem Referenzindex hält sich der Staatsfonds damit gut. Dieser wird vom norwegischen Finanzministerium festgelegt und basiert auf dem FTSE Global All Cap Index für Aktien und den Bloomberg Barclays Indizes für festverzinsliche Wertpapiere.  Demgegenüber entwickelte sich der Fonds um 0,16 Prozentpunkte besser.

Fonds will Untergewichtung der USA abbauen

Eine mögliche Erklärung dafür lieferte der stellvertretende Geschäftsführer, Trond Grande. Er sagte Reportern, dass der Fonds  US-Aktien seit etwa 18 Monaten gegenüber dem Referenzindex untergewichtet habe. Der FTSE Global All Cap Index weist derzeit ein US-Gewicht von knapp 63 Prozent auf – etwa fünf Prozentpunkte mehr als der norwegische Staatsfonds.

Tangen sagte auf der Pressekonferenz, dass nun geplant sei, die Untergewichtung der US-Aktien zu korrigieren. Das entspricht nicht dem Markttrend: Derzeit ziehen sich Anleger aus den USA zurück.

Damit könnte der Fonds eine Erholung am amerikanischen Markt beschleunigen: Ihm gehören 1,5 Prozent aller global ausgegebenen Aktien, damit ist er einer der wichtigsten Investoren weltweit.

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Erstpublikation: 24.04.2025, 14:26 Uhr.

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