Anleihen: Ein wichtiges Signal vom Bondmarkt
Frankfurt. Die Bondmärkte weisen wie so oft schon auf eine bevorstehende Zeitenwende hin: Erstmals seit dem Sommer 2022 liegt die Rendite der kurzfristigen zweijährigen US-Staatsanleihe nicht mehr über der des zehnjährigen Bonds. Beide Anleihen bringen nun eine Rendite von etwa 3,77 Prozent ein. Im Fachjargon ist die Zinsstrukturkurve damit nicht mehr „invers“.
Der Kupon der zweijährigen Anleihe spiegelt die kurzfristigen Zinserwartungen wider. Auf die kurze Sicht rechnen Anleiheinvestoren mit deutlich sinkenden Zinsen, angefangen mit einer ersten Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung am 18. September.
Experten lesen aus den Bondmärkten aber noch mehr heraus: Eine inverse Zinsstrukturkurve ist in der Vergangenheit zumeist einer Rezession vorausgegangen. Und meist verschlechterte sich die konjunkturelle Lage, nachdem die Inversion sich aufgelöst hatte. Jim Reid, Ökonom bei der Deutschen Bank, verweist beispielsweise darauf, dass die vergangenen vier Rezessionen in den USA begannen, just nachdem die Renditestrukturkurve gedreht hatte.
Anleihemärkte signalisieren großen Zinsschritt der Fed
Glaubt man also an dieses Signal der Bondanleger, dürften die USA vor einer deutlichen Zinswende und einer Phase wirtschaftlicher Schwäche stehen. Umso gespannter warten Anleger und Ökonomen auf die offiziellen US-Arbeitsmarktzahlen für August, die das Arbeitsministerium der größten Volkswirtschaft am Freitag bekannt gibt. Diese Daten gehören zu den wichtigsten Grundlagen für Zinsentscheidungen der Fed.