Jackson Hole: Mehr Inflation, weniger Rezession – Die Risiken verschieben sich
Frankfurt. Die ersten Reaktionen der Märkte auf die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag zeigen, wo es langgeht: Aktien, Anleihen, Gold und Bitcoin reagierten positiv, Risikoaufschläge bei Hochzinsanleihen sind gesunken, der Dollar-Kurs wurde schwächer – wobei die Veränderungen sich alle im Rahmen halten.
Ausschlaggebend bei Powells Ausführungen auf der Notenbankertagung in Jackson Hole im US-Staat Wyoming waren zwei Punkte. Erstens hat sich bestätigt, dass die US-Notenbank Fed im September die Zinswende einleitet und ihre Geldpolitik lockert. Zweitens hat Powell deutlich gemacht, dass seine Priorität sich verschiebt: Während bisher die Inflationsbekämpfung im Vordergrund stand, ist es jetzt die Sorge um den Arbeitsmarkt.
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Anders als die meisten anderen Notenbanken weltweit hat die Fed ganz offiziell beide Ziele, stabile Preise und Vollbeschäftigung, zu beachten.
Diese Verschiebung spricht für weitere Zinssenkungen und lässt, sollte sich die US-Konjunktur überraschend stark verschlechtern, auch die Option eines größeren Zinsschritts um einen halben Prozentpunkt zu, während zunächst nur ein Viertelprozentpunkt erwartet wird. Für Anleger ergibt sich daraus vor allem eine geänderte Risikomischung.