EZB, Inflation, Aktien: Investoren in Europa setzen voll auf Notenbank
Frankfurt. Schlechte Nachrichten sind mal wieder gute Neuigkeiten für die Aktienmärkte, jedenfalls in Europa: Eine deutliche Abschwächung eines wichtigen Konjunkturindikators, der Einkaufsmanagerindizes (PMI), sorgt erneut für stärkere Spekulationen über eine große Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch in diesem Jahr. Und diese Aussichten auf lockerere Finanzierungsbedingungen für Firmen lassen Anleger über die noch trüberen Aussichten für die europäische Wirtschaft hinwegschauen.
Die führenden Indizes wie der Dax und der Euro Stoxx 50 sind wieder auf Kletterkurs eingeschwenkt. In der neuen Woche dürfte daher die Spannung vor den neuen Inflationszahlen für den Kontinent noch größer sein als sonst. Denn diese bilden für die EZB-Banker bekanntlich eine Grundlage für ihren Zinsentscheid im Dezember.
Die überraschend schlechtere Stimmung unter Einkaufsleitern und Firmenchefs vor allem in Deutschland und Frankreich zeigt, dass Europas Wirtschaft von einer Erholung weit entfernt ist. Der PMI-Index für die Euro-Zone verdeutlichte das am Freitag, indem er im November wieder unter die Schwelle von 50 sackte und bei nun 48,1 eine negative Geschäftsentwicklung signalisiert. Ökonomen hatten mit einer Stagnation bei 50 gerechnet.