Frankreich: Rendite wie in Griechenland
Seit gut zehn Jahren, seit der Schuldenkrise in der Euro-Zone, teilen Investoren die Staaten der Währungsgemeinschaft in den stabilen Norden und in den Süden ein – in „Kern-“ und „Peripherie-Länder“. Frankreich hatte seinen Platz dazwischen – und wurde als verbindendes Element wahrgenommen.
Denn die Franzosen nehmen die finanzielle Stabilität nicht so streng wie die Deutschen, gehen aber auch nicht so locker mit den öffentlichen Finanzen um wie etwa die Italiener. Der Kapitalmarkt hat das stets widergespiegelt: Französische Anleihen brachten Investoren immer ein paar Zehntel Prozentpunkte mehr Rendite als Bundesanleihen ein. Die Regierungskrise in Paris hat diese Ordnung nun erschüttert, wie die Anleihemärkte signalisieren. Und es kann noch ärger kommen.
Die Krise in Frankreich sorgt für Unsicherheit und verschiebt das Renditegefüge der Euro-Zonen-Bonds. Am Dienstagnachmittag lag die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe bei 2,04 Prozent, die der französischen bei 2,9 Prozent, fast so hoch wie die Renditen von Griechenland und Italien, die bei 3,2 Prozent lagen. Der Risikoaufschlag von Frankreich gegenüber Deutschland ist damit so hoch wie zuletzt in der Eurokrise.