Musterdepots – Das Zukunfts-Depot: Nvidia behauptet seinen Vorsprung im KI-Wettbewerb
Frankfurt. Wahrscheinlich sind auch Sie schon mit Nvidia-Chips in Berührung gekommen, ohne es zu merken. Ob in Spielekonsolen, Smart-TVs oder Chatbots wie Google Bard und ChatGPT-4: Nvidia-Technologien schleichen sich immer mehr in unseren Alltag ein. Mit der Vorstellung des neuen Grafikchips „Blackwell“ hat Nvidia auf der diesjährigen GPU Technology Conference eine neue Ära der Künstlichen Intelligenz eingeläutet. Es ist der Beginn einer neuen industriellen Revolution.
Denn der Chip verspricht eine größere und intelligentere KI. Sie wird Anwendungen ermöglichen, die wir bisher nur aus Science-Fiction-Filmen kannten, und eine Welt schaffen, in der Mensch und Maschine in Form von humanoiden Robotern Hand in Hand arbeiten. Die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Und Nvidia ist bestens positioniert, wenn es darum geht, die „KI-Fabriken“ der Zukunft zu bauen.
Um für den Menschen von Nutzen zu sein, muss ein Roboter über ein gutes Gehirn und die nötige Intelligenz verfügen. Beides will Nvidia liefern. Die Nvidia-Aktie befindet sich auch im Zukunftsdepot.
Zum einen hat Nvidia modernste Hardware in Form von Grafikprozessoren, sozusagen das Gehirn, das große Datenmengen verarbeiten kann. Andererseits die Software, also die Intelligenz, diese Datenmengen richtig auszuwerten und angemessen darauf zu reagieren. Diese Hardware-Software-Kombination ist sehr wertvoll.
Auf der Hardwareseite verfügt Nvidia mit Blackwell künftig über den leistungsstärksten Chip der Welt und baut damit seine Marktführerschaft weiter aus. Blackwell ist für KI-Anwendungen rund fünfmal leistungsfähiger als sein Vorgänger Hopper und dabei 25-mal energieeffizienter.
Die Nachfrage nach den fortschrittlichen Grafikprozessoren von Nvidia, dem bevorzugten Prozessortyp der KI-Modellierer, scheint unersättlich, ebenso wie die Nachfrage nach der neuen Chipgeneration. So werden die Cloud-Giganten Amazon, Microsoft und Alphabet diese bereits vor der offiziellen Markteinführung später in diesem Jahr einsetzen.
Nvidia ebnet den Weg für den humanoiden Roboter
In Zukunft wird die Softwarekomponente eine immer wichtigere Rolle spielen. Das wird die Nachfrage von Unternehmen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Gesundheitswesen, Genomik und Produktion ankurbeln. Nvidia geht davon aus, dass viele Unternehmen bald nicht mehr nur mit ChatGPT experimentieren, sondern ihre eigene KI einsetzen werden.
Zu diesem Zweck wird Nvidia Softwarepakete mit Modellen anbieten, die entweder von der Stange gekauft oder maßgeschneidert an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden können. Das Unternehmen nennt sie NIMs (Nvidia Inference Microservices). Entscheidend ist, dass sie auf oft gemieteten Nvidia-GPUs basieren. Dadurch werden die Kunden stärker in das Hardware-Software-Ökosystem des Unternehmens eingebunden.
Ein Beispiel dafür, wie Nvidias eigene Modelle den Weg für die Zukunftsvision des humanoiden Roboters ebnen, ist das Projekt „GR00T“. Es soll Robotern die Fähigkeit verleihen, natürliche Sprache zu verarbeiten und menschliche Bewegungen nachzuahmen.
Wegen KI steigen die Ausgaben für Rechenzentren enorm. Davon will Nvidia profitieren und hat die Preise für die Blackwell-GPUs auf konservative 30.000 bis 40.000 Dollar pro Stück festgelegt.
Während der Aktienkurs von Nvidia nach den spannenden Neuigkeiten auf der GPU Technology Conference kurz ansprang, notiert die Aktie nun wieder auf unverändertem Niveau. Seit Jahresbeginn liegt sie dennoch über 75 Prozent im Plus.
Ist das denn alles nur positiv? Wir meinen, das halsbrecherische Tempo der KI-Entwicklung ist ein zweischneidiges Schwert. Während sie ein unglaubliches Potenzial freisetzt, wirft sie auch Probleme auf, wie Engpässe in der Lieferkette, der chinesisch-amerikanische Chip-Krieg und der hohe Energieverbrauch zeigen.
Die großen Systeme von Nvidia bestehen aus rund 600.000 Komponenten, von denen viele aus China stammen. Und TSMC, weltgrößter Halbleiterhersteller aus Taiwan, der auch Nvidia-Chips fertigt, hat Probleme, genügend hochentwickelte Gehäuse herzustellen.
Risiken können reduziert werden
Allerdings können zumindest einige dieser Risiken mit der Zeit reduziert werden. Etwa durch neue Fabriken von TSMC oder durch die höhere Energieeffizienz neuer Grafikkarten. Schließlich ist Nvidias fortschrittliche Hardware wichtig, um KI zu entwickeln und international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der kontinuierliche Fortschritt der Grafikprozessoren befeuert die Entwicklung der KI und erweitert ihre Anwendungsfelder. Humanoide Roboter, die nahtlos mit Menschen interagieren, sind der nächste große Meilenstein.
Nvidia steht an der Spitze dieser Revolution und spielt eine Schlüsselrolle in der Gestaltung der KI. Bahnbrechende Entwicklungen sind zum Greifen nah, und die Gesellschaft befindet sich an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter, in dem die KI unser Leben in allen Facetten durchdringen wird.