US-Börsen: Warnsignale aus dem Investmentbanking
Kann den US-Aktienmärkten keine Krise etwas anhaben? Zu dem Eindruck könnte man angesichts der neuen Rekorde an der Wall Street gelangen. Inmitten des weltweiten Zollkonflikts und trotz rasant steigender US-Staatsschulden und der Dauerattacken von Präsident Donald Trump auf die Unabhängigkeit der Notenbank Fed zeigen sich die großen Indizes verblüffend widerstandsfähig.
Ab Dienstag beginnt der Härtetest für die Zuversicht der Investoren. Dann startet in den USA die Quartalssaison der Unternehmen – und die Vorzeichen sehen nicht gerade vielversprechend aus.
Laut Finanzdatendienst Bloomberg erwarten die Analysten für die Monate April bis Juni im Schnitt für die im Leitindex S&P 500 vertretenen Unternehmen lediglich ein Gewinnwachstum von 2,5 Prozent. Das wäre die schwächste Entwicklung seit Mitte 2023. Für das gesamte Jahr 2025 sind die Schätzungen für das Gewinnwachstum seit Anfang April von 9,4 auf 7,1 Prozent gefallen.
Traditionell werden die großen Banken die ersten Unternehmen sein, die ihre Bilanzen für das zweite Quartal vorlegen. Die Zahlen von JP Morgan, Goldman Sachs und den übrigen Instituten sind dabei aus zwei Gründen interessant. Zum einen gelten Banken als guter Gradmesser für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung. Läuft die Konjunktur rund, geht es meist auch den Banken gut – und umgekehrt.