Musterdepot: Die hohen Erwartungen an die US-Börsen sind riskant
München. Die Aktienmärkte können auf zwei außergewöhnlich erfolgreiche Jahre zurückblicken. Das zeiget der Blick auf die Entwicklung des global wichtigen MSCI-World-Indexes in Euro: Er verzeichnete 2023 eine beeindruckende Rendite von etwa 19,6 Prozent und 2024 ein noch eindrucksvolleres Wachstum von 26,5 Prozent.
Doch die vergangenen Börsenjahre waren keineswegs durchweg einfache. Anleger konnten in dieser Zeit viele Fehler machen, da die zunehmende Konzentration großkapitalisierter Unternehmen in den jeweiligen Benchmarks die Märkte stark prägte. Dadurch hatten Einzeltitelentscheidungen einen besonders hohen Einfluss auf die Portfolio-Performance.
Zudem dominierten die US-Aktienmärkte, die weiterhin die treibende Kraft der globalen Börsenentwicklung darstellten: Das überdurchschnittlich starke Wachstum der US-Wirtschaft, das teils über dem Potenzialwachstum lag, sowie die rückläufige Inflation unterstützten die positive Entwicklung der Aktienmärkte zusätzlich und trugen wesentlich zum Aufwärtstrend bei.
Bei vielen Anlegern herrscht die Erwartung, dass das Jahr 2025 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen wird. Die Prognosen für die US-amerikanischen Märkte reichen von zehn bis 15 Prozent im Jahr 2025.
Das würde das dritte Jahr in Folge markieren, in dem die Wertentwicklung des US-Aktienmarktes über dem historischen Durchschnitt liegt. Kein ausgeschlossenes Szenario – allerdings sind die Prognosen für das Jahr 2025 nicht frei von Risiken.
Der Gegenwind nimmt zu
Im Jahr 2024 zeigten sich die globalen Aktienmärkte weitgehend unbeeindruckt von der konjunkturellen Abkühlung, die insbesondere außerhalb der USA spürbar wurde. Die geopolitischen Risiken wurden ebenfalls weitgehend ignoriert, könnten jedoch im Jahr 2025 wieder an Schärfe gewinnen und dadurch unmittelbar negative Auswirkungen auf Wachstum und Inflation entfalten.
Die weiterhin starken Konjunkturdaten aus den USA und die stagnierende Inflation haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die viel erwartete Jahresendrally, die traditionell die Aktienmärkte bis weit in den Januar hinein unterstützt, ausgeblieben ist.
Denn in den vergangenen Wochen hat der Kapitalmarkt aufgrund der makroökonomischen Daten damit begonnen, mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) bereits auszupreisen. Dies hat nicht nur die Anleihemärkte belastet, sondern auch den US-Aktienmärkten einen schwachen Start ins neue Jahr beschert.
Darüber hinaus wird das Jahr 2025 von wichtigen politischen Entscheidungen geprägt sein. Neben der Wahl in Deutschland wird in den USA eine neue Regierung unter Donald Trump mit einer republikanisch dominierten Mehrheit im Senat ihr Amt antreten. Dadurch könnte die Volatilität an den Kapitalmärkten steigen, da Donald Trumps teils unvorhersehbare Politik unmittelbare Auswirkungen auf die Marktentwicklung haben wird.
Außer den konjunkturellen und politischen Faktoren stellt auch die einseitige Marktpositionierung ein Risiko für Anleger dar. An den Kapitalmärkten ist eine gewisse Sorglosigkeit spürbar, da zuletzt kein Risikofaktor den Markt nachhaltig beeinflussen konnte. Es könnte schließlich doch passieren, dass ein stärker werdender US-Dollar und steigende Renditen die Stimmung bei Unternehmen und Investoren nachhaltig belasten.
Darüber hinaus dürfen Anleger nicht außer Acht lassen, dass der US-Aktienmarkt, der nach wie vor die Richtung für die globalen Märkte vorgibt, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 25 nicht günstig bewertet ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Aktienmarkt umso anfälliger für Verluste von fünf bis 15 Prozent wird, je weiter die Bewertung steigt.
Aktien sind nicht alternativlos
Keine einfache Ausgangssituation für aktive Investoren, die sich die Frage stellen, wie sie sich im neuen Jahr am besten positionieren sollen. Ich halte im Dynamik-Depot weiterhin an meiner Anlagestrategie fest und bevorzuge es, nicht ausschließlich in Aktien zu investieren.
Stattdessen lege ich mein Portfolio gezielt an, indem ich neben Aktien auch in Renten und Gold investiere. Langfristig führt an Aktien kein Weg vorbei, da sie als Sachwerte einen entscheidenden Beitrag zur Wertentwicklung leisten und einen Inflationsschutz bieten. Jedoch rechne ich im Jahr 2025 mit einer erhöhten Volatilität an den Aktienmärkten und sehe ein größeres Korrekturpotenzial im Vergleich zu den vergangenen zwölf Monaten.
Deshalb halte ich auch eine erhöhte Kasse-Position. Darüber hinaus sind Rentenanlagen weiterhin attraktiv, insbesondere bei mittleren bis längeren Laufzeiten, da die Renditen in den letzten Wochen in diesem Bereich deutlich gestiegen sind.
Gold dient weiterhin als stabiler Bestandteil im Dynamik-Depot. Angesichts der zunehmenden globalen Verschuldung und der geopolitischen Unsicherheit gehe ich davon aus, dass dies im Jahr 2025 zu neuen Allzeithochs bei Gold führen wird.