Aktien und Anleihen: Testballon der US-Finanzministerin: Das bedeuten Yellens Zinsaussagen für die Märkte
Die neue US-Finanzministerin war lange Chefin der US-Notenbank.
Foto: AFPFrankfurt. Niedrige Zinsen für immer – oder zumindest noch für sehr lange Zeit. An dieses Bild haben sich Investoren gewöhnt. Doch ausgerechnet Janet Yellen machte ihnen am späten Dienstag einen Strich durch die Rechnung. „Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt“, sagte die neue US-Finanzministerin und ehemalige Chefin der US-Notenbank (Fed) in aufgezeichneten Unterlagen zu einer Online-Veranstaltung des Magazins „The Atlantic“.
Seit Wochen erhitzt in den USA eine Diskussion darüber die Gemüter, inwiefern die billionenschweren Konjunkturhilfen für die US-Wirtschaft die Inflation treiben.
Die US-Aktienmärkte standen schon vor Yellens Worten unter Druck, gaben anschließend weiter nach. Vor allem die hoch bewerteten Technologieaktien litten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor knapp zwei Prozent. Das entsprach dem größten Tagesminus seit Mitte März. Am Mittwoch stiegen die Börsen im Tagesverlauf zwar wieder. Doch Aktienstrategen wie Emmanuel Cau von der britischen Großbank Barclays sehen ganz klar „Ermüdungserscheinungen“ bei der dynamischen Aufwärtsbewegung der Börsen.