Anlagestrategie: Sinkende Gewinne an den Aktienmärkten „nicht ansatzweise eingepreist“
Der marktbreite S&P 500 hat in diesem Jahr etwa ein Fünftel an Wert verloren.
Foto: BloombergFrankfurt, Düsseldorf. Der US-Leitindex Dow Jones hat es am Montag getan und sein deutsches Pendant, der Dax, zog am Dienstag nach: Gemeint ist das Überschreiten der 200-Tage-Linie, die den durchschnittlichen Kurs in diesem Zeitraum anzeigt. An dieser Linie orientieren sich viele Handelsmodelle, weil sie den langfristigen Trend abbildet. Liegen die Kurse darüber, zeigen sie eine nachhaltige Aufwärtsbewegung an.
Doch es mehren sich Stimmen, dass die Kurse zu hoch stehen, demnach also wieder mit einer Abwärtsbewegung zu rechnen ist. Der Grund: Ökonomen zufolge sind längst nicht alle Belastungsfaktoren wie der Ukrainekrieg, die Energiekrise, steigende Zinsen und eine drohende Rezession vollständig in den Kursen eingepreist.
Ihrer Einschätzung nach ist eine künftige Rezession in den aktuellen Kursen unzureichend abgebildet und es drohen spätestens im kommenden Jahr neue Verwerfungen.
Der Chefvolkswirt der US-Fondsgesellschaft MFS Investment Management, Erik Weisman, zeichnet ein düsteres Bild für die Weltwirtschaft. „Wir erwarten eine Rezession in allen großen Volkswirtschaften in Europa, den USA und China.“ In der Volksrepublik versteht er unter einer Rezession keine Schrumpfung der Wirtschaft, aber eine Wachstumsrate weit unter dem langfristigen Durchschnitt.