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Dax-Sentiment Privatanleger machen den Weg frei für die Fortsetzung der Rally

Viele Anleger halten den jüngsten Dax-Rücksetzer für gesund. Die höhere Investitionsbereitschaft und der gestiegene Optimismus könnten die Rally verlängern.
03.08.2020 - 14:15 Uhr Kommentieren
Das Lager der Anleger, die an steigende Kurse glauben, ist kräftig angewachsen. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Das Lager der Anleger, die an steigende Kurse glauben, ist kräftig angewachsen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt hat bei einigen Anlegern für einen Kater gesorgt. Der überwiegende Teil hält die Konsolidierung aber für gesund: Damit machen die Privatanleger den Weg frei für die Fortsetzung der Rally. Das ist das Ergebnis der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Privatanlegern.

Um mehr als 60 Prozent hat der deutsche Leitindex seit seinem Corona-Tief im März zugelegt. Zurückgeführt wurde das auf internationale Anleger, die hierzulande investieren, weil Deutschland die Corona-Pandemie besser als die USA kontrolliert. Das erklärt auch den Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar.

„Uns wurde dieser Tage aber vor Augen geführt, wie stark der Lockdown die Wirtschaft schädigen kann. Entsprechend sensibel werden derzeit die Entwicklungen der Corona-Infektionen beobachtet“, sagt Sentiment-Experte Stephan Heibel, der die Dax-Umfrage für das Handelsblatt auswertet.

Der Umgang mit der Corona-Pandemie hat einen Preis, wie die deutschen BIP-Zahlen gezeigt haben. Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt um 10,1 Prozent eingebrochen, wie das Statistische Bundesamt in der vergangenen Woche mitteilte. Die Sorgen um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben beim Dax in der vergangenen Woche zu einer Korrektur von vier Prozent geführt. Innerhalb von acht Handelstagen lag das Minus sogar bei sieben Prozent.

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    Das wirkt sich auf die Stimmung der Anleger aus: Das Sentiment der Umfrageteilnehmer ist von „neutral“ auf minus 3,6 gefallen. Das klingt zunächst bedrohlich, tatsächlich ist eine solche Entwicklung aber für die Suche nach einer Bodenbildung wichtig. „Ab Werten von minus vier spreche ich von Extremwerten, die für eine Bodenbildung hilfreich sind. Wir sind also nicht mehr weit davon entfernt“, erklärt Heibel, der Inhaber des Analysehauses Anismusx ist.

    Grafik

    Kleinere Rücksetzer von zwei bis drei Prozent gab es am deutschen Aktienmarkt in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach. Dass der letzte Rücksetzer länger andauerte, hat viele Anleger verunsichert. „Dabei gelten Korrekturen von sieben bis acht Prozent im Rahmen einer Hausse als normal – wenn nicht sogar als gesund“, sagt Heibel.

    Die Verunsicherung ist auch in der Handelsblatt-Umfrage ablesbar: Sie steigt von minus 1,2 auf minus 4,8. Das ist der höchste Wert seit der Umfrage während des Corona-Tiefs Mitte März. Bei nur noch 46 Prozent der Befragten haben sich in der vergangenen Woche die Erwartungen erfüllt. Das sind 17 Prozentpunkte weniger als in der vorherigen Befragung.

    Gleichzeitig hält aber offensichtlich der Großteil der Privatanleger die jüngste Korrektur für einen gesunden Rücksetzer. Denn erstmals seit Mitte April ist die Zukunftserwartung wieder ins Plus gedreht. Sie steigt von minus 1,2 auf plus 1,4. In der kommenden Woche wollen auch mehr Anleger Aktien kaufen als verkaufen.

    Das Lager der Bullen ist also kräftig angewachsen. Das zeigt sich auch daran, dass mittlerweile 30 Prozent damit rechnen, dass sich der Dax in drei Monaten in einem Aufwärtsimpuls befindet. Neun Prozentpunkte mehr als zuletzt. Mit einem Abwärtsimpuls rechnen dagegen nur noch 21 Prozent.

    Damit ist der Weg für eine Fortsetzung der Rally frei. Denn auch die Investitionsbereitschaft unter den Anlegern ist deutlich gestiegen: von minus 0,7 auf plus 2,0.

    Zwar war die Investitionsbereitschaft im Mai bereits ähnlich hoch, damals waren allerdings vor allem Schnäppchenjäger unterwegs. „Diesmal sieht's besser aus: Die Investitionsbereitschaft ist mit ordentlichem Optimismus hinterlegt“, erklärt Heibel.

    Das zeigt sich auch am Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln. Dort haben Anleger in den vergangenen Tagen in die Konsolidierung hinein ihre Absicherungspositionen aufgelöst. Sie waren laut Sentiment-Theorie zuletzt unterinvestiert und versuchen jetzt in die Rally einzusteigen.

    Profianleger, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, wurden dagegen auf dem falschen Fuß erwischt. In der vergangenen Woche hatten sie noch mehr Call-Optionsscheine gekauft, mit denen auf weiterhin steigende Kurse gewettet wird. Jetzt bewegt sich das Put-Call-Verhältnis wieder auf einem neutralen Niveau.

    Heibel erklärt das mit den wieder wachsenden Sorgen wegen einer zweiten Coronawelle in Deutschland. Die Neuinfektionen stiegen zuletzt wieder. „Nach der Feier des Zwischenerfolgs über die erste Welle kommt nun Angst vor einer zweiten Welle auf. Profis ziehen sich daher frühzeitig aus dem Markt zurück, während Privatanleger nach der aktuellen Konsolidierung schon beherzt zugreifen“, sagt der Sentiment-Experte.

    Letzter stürmischer Kursanstieg steht noch aus

    Das könnte die Rally verlängern, gleichzeitig aber auch auf deren Ende hindeuten. Bereits in der vergangenen Woche wies Heibel darauf hin, dass Privatanleger meist als Letzte in eine Rally einsteigen. „Genau das könnte nun geschehen“, sagt er auf Basis der aktuellen Auswertung.


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    Der letzte stürmische Kursanstieg der aktuellen Rally stehe noch aus, erklärt Heibel. „Noch ist es offen, ob Profis derzeit zu früh verkaufen, oder aber ob die Vorsicht angemessen ist. Denn selbst wenn nach der Konsolidierung die Rally wieder an Fahrt gewinnt, ist noch lange nicht erwiesen, dass es diesmal gelingen wird, neue Allzeithochs zu erklimmen.“

    Anders sieht die Lage übrigens in den USA aus. „Nicht nur der Umgang mit den Kontaktbeschränkungen ist in den USA anders als in Deutschland, auch die Wahrnehmung der Coronagefahr scheint sich zu unterscheiden“, bemerkt Heibel.

    So zeigt das Put-Call-Verhältnis an der Optionsbörse Chicago Board Options Exchange extreme Spekulationen auf steigende Kurse. Die US-Fondsmanager sind nach wie vor extrem hoch investiert, ihre Investitionsquote liegt weiterhin bei 97 Prozent.

    Stattdessen sind es in den USA die Privatanleger, die skeptisch sind. Das Bulle/Bär-Verhältnis zeigt mit minus 28 Prozent einen extremen Überhang der Pessimisten an. Der technische Angst-und-Gier-Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 67 Prozent weiterhin eine relativ neutrale Marktverfassung an.

    Sie wollen an der Umfrage teilnehmen? Dann lassen Sie sich automatisch über den Start der Sentiment-Umfrage informieren und melden Sie sich für den Dax-Sentiment-Newsletter an. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Sonntagmittag. Hier geht es zur Anmeldung.

    Mehr: Die Sommerserie – Investieren in der Nullzinswelt.

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