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Der große CheckMit diesen Aktien gewinnen Sie (fast) immer

An den Börsen geht es seit Monaten turbulent zu. Die Investoren fürchten, die Schuldenkrise in Europa könnte eskalieren. Anleger sollten deshalb auf Aktien setzen, die selbst schlimmste Stürme überstanden haben.Ulf Sommer 08.06.2012 - 10:03 Uhr Artikel anhören

Der Vorstandsvorsitzende von Fresenius Medical Care (FMC) Ben Lipps. Die Aktie des Unternehmens ist in schwierigen Börsenzeiten die erfolgreichste auf dem Markt.

Foto: dpa

Düsseldorf. Mehr als 1 000 Punkte hat der Dax in nur zwei Monaten verloren. Der bis März noch beste Jahresstart in der Geschichte ist Vergangenheit. Der Dax notiert wieder da, wo er im Januar gestartet ist. Anleger sorgen sich, dass die Weltkonjunktur nach zuletzt schwächeren Wirtschaftsdaten in die Rezession rutscht und Europa angesichts der Schuldenkrise im Zentrum der Talfahrt stehen wird.

Die goldenen Regeln des Value-Investors Warren Buffett
Konzentrieren Sie Ihre Investments auf herausragende Unternehmen, die von einem starken Management geleitet werden.
Beschränken Sie sich auf Unternehmen, die Sie wirklich verstehen können. Zehn bis 20 sind in Ordnung, ab 20 ist Ärger vorprogrammiert.
Suchen Sie sich unter Ihren guten Unternehmen die besten aus und stecken Sie den größten Teil Ihrer Investments in diese.
Denken Sie langfristig: mindestens fünf bis zehn Jahre.
Volatilität kommt vor. Bleiben Sie dran.Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Erst kräftig rauf, dann wieder runter, das kennen Anleger nun schon seit mehr als zehn Jahren. Die Zeiten, in denen Aktien über längere Zeiträume zuverlässig Kursgewinne erzielten, wie in den 80ern und 90ern, scheinen vorbei zu sein. Das aktuelle Dax-Niveau bei rund 6 000 Punkten gab es auch schon im Oktober 2006, im Juni 2001 und im November 1999.

Es gibt zwar Aktien, die weniger stark schwanken als die Börsen. Aber gesucht sind jetzt mehr denn je die ewigen Gewinner: Titel, die im Boom deutlich zulegen, Krisen wie 2001, 2002, 2008, 2009 und jetzt 2012 aber einigermaßen standhalten.

Aktien aus neu in Mode gekommenen Branchen versprechen zwar kurzfristig den ganz großen Gewinn, so wie etwa Internetwerte zur Jahrtausendwende und anschließend die Solar- und Windenergie-Aktien. Doch ihre Erfolgsgeschichte endete immer dann, wenn die Mode wechselte und nachfolgende Käufer ausblieben. Die Lehre: Neue Technologien, tolle Produkte und Unternehmensgröße bieten langfristig keineswegs Wettbewerbsvorteile und überdurchschnittliches Kurswachstum. Das zeigt die Vergangenheit.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Zuverlässigen Erfolg in der Krise und im Boom versprechen dagegen bereits etablierte und stetig wachsende Firmen, die Jahr für Jahr ihre Gewinne steigern und dazu über ein nachhaltiges Geschäftsmodell verfügen, das möglichst niemand erfolgreich kopieren kann. Solche Unternehmen sind fast immer Marktführer. Weltweit am bekanntesten sind Coca-Cola und Microsoft. Wenn diese Unternehmen auch noch günstig sind, der Preis an der Börse also stimmt, kommen sie als werthaltige Langfristanlage (Value) infrage.

Die Analysten der DZ Bank und das Handelsblatt haben die deutschen Unternehmen solch einem Value-Check unterzogen: ein Test anhand vier finanzmarktrelevanter Kennzahlen (siehe Auswahlkriterien). Zur Auswahl standen Aktien mit einem Börsenwert von mindestens 400 Millionen Euro und mit einem Streubesitz von 15 oder mehr Prozent.

52 Unternehmen erhielten auf dieser Grundlage gute oder sehr gute Noten. "Viele Sieger kommen aus den mittleren und kleinen Börsensegmenten", sagt Studienverfasser Christian Kahler von der DZ Bank. Damit zeige sich erneut, "dass in Deutschland das Rückgrat der Industrie aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen gebildet wird".

Die Bestnoten erhielten Fresenius und ihre Tochter FMC sowie deren aktuelles Übernahmeziel Rhön-Klinikum. Weitere Champions mit einer starken und stabilen Entwicklung bei allen Kennzahlen sind Wirecard, Fielmann, Carl Zeiss Meditec, Elring Klinger, Baywa, Bechtle, SAP, K+S, United Internet, CTS Eventim und Sto. Diese Firmen erhielten mindestens 33 von 40 möglichen Punkten. Das Handelsblatt stellt sie auf der folgenden Doppelseite vor und umreißt die Anlagechancen.

Gemeinsam ist allen Unternehmen, dass sie eine langfristige Erfolgsgeschichte aufweisen, weil das Geschäftsmodell nachhaltig ist. Mit dem Gesundheitsspezialisten FMC erreicht nur ein Unternehmen 38 von 40 möglichen Punkten. Rhön-Klinikum - Fresenius will seinen Wettbewerber für 3,1 Milliarden Euro kaufen - liegt dicht dahinter. In jedem der vergangenen zehn Jahre stiegen der Umsatz und Gewinn.

Eine bei Profis vielbeachtete Kennzahl ist der Buchwert. Sinkt dieser, ist das ein Alarmzeichen erster Güte und deutet auf Einmalverluste oder Abschreibungen hin, wie sie beispielsweise die Commerzbank und Deutsche Telekom vornehmen mussten. FMC, Rhön-Klinikum, Fielmann, Elring Klinger, Baywa, Bechtle und CTS Eventim schafften es in jedem der vergangenen zehn Jahre, ihren Buchwert zu steigern. Die Unternehmen wurden also wertvoller. Beim Enterprise-Value schließlich - er misst die Attraktivität eines Unternehmens aus Sicht der bereits investierten Anleger - führen Fresenius und United Internet.

Es mag vielleicht verlockend sein, diese Auswahl um weitere Kennzahlen zu ergänzen, um so die Schnittmenge zu verkleinern und die erfolgreichste Aktie herauszufiltern. So ließe sich das Ranking beispielsweise um das Kurs-Gewinn-Verhältnis ergänzen, also der Suche nach der günstigsten Aktie - gemessen am Aktienkurs in Relation zum Nettogewinn. Auch die Dividendenrendite, also die Ausschüttung gemessen am Aktienkurs, ist ein beliebtes Werkzeug.

Doch Vorsicht: Wer alle Ansprüche erfüllt, wird dadurch nicht erfolgreicher. FMC etwa erhöht seit 14 Jahren kontinuierlich seine Dividende, Jahr für Jahr um rund zehn Prozent. Dennoch ist die Dividendenrendite mit 1,3 Prozent niedriger als bei den meisten anderen Unternehmen. Ursache ist der stark gestiegene Kurs von 160 Prozent in den vergangenen 14 Jahren. Die Dividendenrendite würde steigen, die Kennzahl sich also verbessern, wenn der Kurs fällt. Doch das ist nicht im Interesse der Anleger - und würde FMC keineswegs attraktiver machen.

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"Die Börse bietet aussichtsreiche und vielleicht noch unentdeckte Perlen", sagt ein Frankfurter Händler, "doch niemand sollte sich der Illusion hingeben, die günstigste Aktie mit Hilfe aller Kennzahlen zu finden. Auf die richtige Mischung weniger Kennzahlen kommt es an."

Deutsche Unternehmen nach dem hier beschriebenen Value-Modell herauszufiltern, ist neu - die Idee des Value-Ansatzes aber keineswegs. Die Börsenaltmeister André Kostolany, Benjamin Graham und in weiten Teilen Warren Buffett setzten jahrzehntelang erfolgreich auf Value-Werte. Und das keineswegs aus konservativen Motiven heraus, wie Buffetts alljährliche Omaha-Auftritte mit seiner Coca-Cola ("Kaufe nur, was du kennst") vermuten lassen, sondern schlicht und ergreifend aus reinem Profitdenken.

Schon die Altmeister wussten: Langfristig entwickeln sich die Aktien stetig wachsender Firmen mit nicht kopierbarem Geschäftsmodell (Value) besser als die von dynamischen Unternehmen mit tollen Ideen und einem endlos erscheinenden Wachstumspotenzial (Growth). Das belegt der hier abgedruckte Langfristchart eindrucksvoll.

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