Ifo-Geschäftsklimaindex: Unternehmen rechnen mit schwacher Konjunktur
Lesen Sie hier aller Infos zum ifo-Geschäftsklimaindex und seiner Entwicklung.
Foto: dpaDrei Fakten zum Geschäftsklimaindex
- Der Geschäftsklimaindex des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) gilt als der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.
- Der Indexwert wird monatlich erhoben.
- Rund 9000 Meldungen von Unternehmen aus verschiedenen Branchen werden beachtet.
Ifo-Geschäftsklimaindex im März 2022
Nachdem das Konjunkturbarometer im vergangenen Monat noch auf 98,9 Punkte zulegte, zeigen sich nun die Folgen des Ukraine-Kriegs: Auf Rekordhöhen gestiegene Öl- und Gaspreise lassen den Frühindikator im März 2022 auf 90,8 Punkten fallen.
„Die Unternehmen in Deutschland rechnen mit harten Zeiten“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Vor allem Verbraucher, Spediteure und energieintensive Industrien seien davon betroffen. Die Vorgesetzten beurteilten insbesondere die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter als zuletzt.
Welche Bedeutung hat der Ifo-Geschäftsklimaindex?
Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als Indikator für die gesamte konjunkturelle Entwicklung in Deutschland – ähnlich wie der Einkaufsmanagerindex. Seit 2018 umfasst der Index neben dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe und dem Einzel- und Großhandel auch die Dienstleistungsbranche. Fakt ist, dass das Bauhauptgewerbe und das Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland zu den umsatzstärksten Industriebranchen zählen.
Um das nationale Geschäftsklima zu beurteilen, befragt das Ifo-Institut monatlich rund 9000 Vorgesetzte. Sie sollen beurteilen, wie ihre Geschäfte aktuell laufen – und sich binnen der nächsten sechs Monate entwickeln könnten.
Da der Ifo-Index mitunter die zukünftige Geschäftslage der befragten Unternehmen abbildet, wird er auch als Frühindikator bezeichnet. Hier spielt er eine wichtige Rolle für viele Börsenanalysten.
Wie wird der Ifo-Geschäftsklimaindex berechnet?
Grundsätzlich haben die Befragten jeweils drei Antwortmöglichkeiten. So kann die aktuelle Geschäftslage als „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ empfunden werden. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate kann als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ bewertet werden.
Je nachdem wie wichtig eine Branche für die gesamte Wirtschaft ist, bekommt sie bei der Berechnung ein eigenes Gewicht. Dementsprechend werden auch die Antworten der einzelnen Branchenvertreter bewertet. Der Unterschied zwischen den Antworten „gut“ und „schlecht“ bildet dabei den Wert der aktuellen Geschäftslage. Das Urteil „befriedigend“ wird als neutraler Wert aus der Rechnung ausgeschlossen.
Gleiches gilt für den Wert der Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr. Das Geschäftsklima und damit auch der Geschäftsklimaindex bildet am Ende der Mittelwert aus der Geschäftslage und den Erwartungen.
Die Rohdaten werden um saisonale Einflüsse bereinigt. Saisoneffekte finden sich in einigen Statistiken wieder. So schwankt beispielsweise die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf enorm. Den Höchststand verzeichnet sie in der Regel in der Winterzeit. Bezogen auf den Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt sich, dass sich die Gerätekapazitäten im Bauhauptgewerbe im Winter für gewöhnlich verringern. Von solchen Schwankungen wird der Index schließlich bereinigt.
Historische Daten zum Ifo-Geschäftsklima
Quelle: Ifo Konjunkturumfragen