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Symrise, DSM-Firmenich, GivaudanAnalysten sehen Potenzial bei Duftstoffaktien

Die Inflation macht auch den Händlern von Geschmacksstoffen und Düften zu schaffen. Dennoch raten Experten zum Kauf. Ein Unternehmen steht im Fokus.Stefan Terliesner 17.09.2023 - 15:42 Uhr Artikel anhören

Die Inflation setzt auch die Hersteller von Geschmacks- und Duftstoffen unter Kostendruck.

Foto: Symrise

Köln. Der Markt für Geschmacksstoffe, Düfte und Aromen boomt. „Neuer Geschmack“, „neue Rezeptur“ – so wirbt die Lebensmittel- und Schönheitsindustrie um ihre Kunden. Geschmacks- und Duftstoffe chemischen oder natürlichen Ursprungs kommen dort in großem Umfang zum Einsatz.

Die Branche „vereint weltweit ein Marktvolumen von 40 Milliarden Euro auf sich“, schreibt Guillaume Chieusse, Fondsmanager bei ODDO BHF Asset Management, in einem Marktkommentar.

Der Umsatz des Sektors sei mit Ausnahme des Pandemiejahrs 2020 jährlich zwischen zwei bis acht Prozent gestiegen. Und auch für die Zukunft erwartet Chieusse weiteres Wachstum. Treiber seien Segmente wie Haustiernahrung, Energydrinks und Lebensmittel auf Pflanzenbasis.

Vier große börsennotierte Unternehmen dominieren den Markt: DSM-Firmenich, International Flavours & Fragrances (IFF), Givaudan und Symrise.

Selbst negative Nachrichten – seit einem halben Jahr stehen die Konzerne unter Kartellverdacht – haben den Aktienkurs langfristig nicht erschüttert. Nach dem ersten Schock im März 2023 haben die Papiere die Kursverluste schnell wieder aufgeholt.

Auf Anfrage hieß es bei Symrise: „Der Vorstand ist nach wie vor davon überzeugt, dass wir uns an geltendes Recht gehalten haben und halten. Uns fehlt immer noch der Einblick, was man uns vorwirft.“

Wirtschaftliches Umfeld belastet die Aromenhersteller

Das schwierige wirtschaftliche Umfeld macht den Unternehmen vielmehr zu schaffen. Zahlreiche Geschäftskunden bauen ihren Lagerbestand ab, bevor sie bei den Aromenherstellern neue Ware bestellen. Vor allem deshalb befinden sich die Aktienkurse von IFF, Givaudan und Symrise seit Ende 2021 in einem Abwärtstrend – innerhalb dessen sie stark schwanken.

Bemerkenswert ist die Aktienempfehlung der US-Investmentbank Morgan Stanley. Analystin Lisa De Neve stufte die Symrise-Papiere Ende August gleich um zwei Stufen hoch von „untergewichten“ auf „übergewichten“.

Der belastende Lagerbestandsabbau in der Konsumgüterbranche – eine wichtige Abnehmergruppe für Hersteller von Geschmacks- und Duftstoffen – dürfte sich dem Ende nähern. Gleichwohl sei vor dem Hintergrund aktueller Wirtschaftsdaten keine spürbare Erholung der Konsumnachfrage erkennbar.

Ein weiterer Faktor setzt die Hersteller von Geschmacks- und Duftstoffen unter Kostendruck: die Inflation. Der US-Konzern IFF etwa räumte Anfang August ein, dass sich das Geschäft im zweiten Halbjahr nicht wie zuvor erwartet erholt. Daher werde der Gesamtjahresumsatz voraussichtlich um rund sechs Prozent auf 11,3 bis 11,6 Milliarden Dollar sinken. Und das operative Ergebnis (Ebitda) verringere sich 2023 um rund 19 Prozent auf 1,85 bis zwei Milliarden Dollar. Analysten raten überwiegend zum Halten der Aktie. Verkaufsempfehlungen gibt es nicht.

Dies sieht beim Schweizer Aromenanbieter Givaudan anders aus. Die Analysten von UBS und JP Morgan sind neutral gestimmt und geben ein Kursziel von 2800 Franken beziehungsweise 3100 Franken an. Die Anlageexperten von Bernstein Research raten Anlegern, die Papiere lieber abzustoßen.

Markt für Haustiernahrung zunehmend lukrativ

Symrise indes ist nicht allein von den Entwicklungen der Lebensmittel- und Schönheitsindustrie abhängig. Der Konzern hat eigenen Angaben zufolge eine starke Position im lukrativen Markt für Haustiernahrung.

Zwar empfiehlt auch Charles Eden, Aktienanalyst bei der Schweizer Großbank UBS, Symrise zum Kauf mit einem Kursziel von 120 Euro auf Sicht von zwölf Monaten. Aber mit DZ Bank und Bernstein Research gab es Anfang September zwei Halten-Empfehlungen. Aktuell kostet die auch im Dax notierte Aktie rund 91 Euro.

Neben diesen großen Firmen gibt es zum Beispiel mit Robertet aus Frankreich und Treatt aus Großbritannien auch kleine börsennotierte Geschmacks- und Duftstoffhersteller. Diese Firmen sind stärker auf bestimmte Duftstoffe und Aromen wie natürliche Extrakte aus Blütenblättern spezialisiert. Die großen Firmen setzen dagegen stark auf Chemikalien.

Fazit: Hoffnung auf Symrise

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Die Geschmacks- und Duftstoffbranche lieferte in der Vergangenheit zuverlässige Wachstumsraten. Aktuell aber belasten immer noch die Inflation und der Abbau von Lagerbeständen bei den Kunden das Geschäft.

Nach starkem Auf und Ab der Branche seit 2020 erwartet Analyst Gunther Zechmann im kommenden Jahr zwar Fortschritte, aber innerhalb der Chemiebranche seien Unternehmen mit Ausrichtung auf die Halbleiter- und Elektronikbranche attraktiver als jene, die Stoffbeimischungen für die Konsumgüterindustrie anbieten. Hellt sich das Marktfeld auf, ist den Experten zufolge insbesondere der Dax-Konzern Symrise einen Kauf wert.

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