ABN Amro: Chef von niederländischer Bank ABN Amro tritt vorzeitig zurück
Amsterdam. Der Chef der niederländischen Bank ABN Amro nimmt vorzeitig seinen Hut. Robert Swaak werde im ersten Halbjahr des nächsten Jahres und damit drei Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit zurücktreten, teilte das Geldhaus am Donnerstag mit. Einen Grund für den plötzlichen Abgang nannte die Bank nicht. Die Nachricht schickte die Papiere von ABN Amro rund 2,5 Prozent ins Minus und an das Ende des Amsterdamer Leitindex AEX.
Der 64-jährige Swaak steht seit 2020 an der Spitze des Instituts und erhielt zu Beginn dieses Jahres eine zweite vierjährige Amtszeit. In einem Statement erklärte er, dass es ein guter Zeitpunkt sei, um dem Vorstand genügend Zeit für die Suche nach einem Nachfolger und eine „neue strategische Phase“ zu geben. Für ihn war der Schritt absehbar: „Als ich für eine zweite Amtszeit angefragt wurde, wusste ich, dass ich möglicherweise vor Ende meiner Amtszeit Platz für einen Nachfolger machen würde.“
Am Markt war dieser Schritt dagegen nicht erwartet worden: „Hier kommt ein weiterer Wechsel im Management von ABN. Angesichts der neuen Finanzziele, die im Februar angekündigt wurden, ist das eine Überraschung“, schrieb ING-Analyst Jason Kalamboussis.
ABN Amro befindet sich mehrheitlich im Besitz des niederländischen Staates und ist eine der drei dominierenden Banken im Land. Die Großbank hatte im Mai die traditionsreiche Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe (HAL) geschluckt und ist einem Medienbericht vom Juni zufolge an der ehemals als Trinkaus & Burkhardt firmierenden Düsseldorfer Privatbank-Tochter der britischen HSBC interessiert.