Aktienrückkauf: Deutsche Banken können mit dem Rest Europas nicht mithalten
Dass deutsche Banken nicht mitziehen können, liegt an ihrer schlechten Geschäftslage.
Foto: IMAGO/Jan EifertFrankfurt. Es ist eine kostspielige Charmeoffensive, mit der Europas Banken ihre Aktionäre umwerben. Italiens Großbank Unicredit nimmt 5,57 Milliarden Euro in die Hand, die niederländische ING rund 3,55 Milliarden Euro, Frankreichs Großbank BNP Paribas 3,4 Milliarden Euro. So groß sind die Summen, mit denen Europas Geldhäuser seit 2021 Aktien zurückgekauft haben, wie eine Auswertung des Handelsblatts zeigt. Die britische HSBC hat in dem Zeitraum Papiere für etwa 4,6 Milliarden Euro zurückgekauft, bei der spanischen Santander waren es 3,61 Milliarden Euro.
Die deutschen Institute bleiben weit dahinter zurück: Die Deutsche Bank hat bislang erst für rund 300 Millionen Euro Aktien zurückgekauft und will ab August Papiere im Wert von weiteren 450 Millionen Euro vom Markt nehmen. Die Commerzbank schloss ihr erstes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 122 Millionen Euro im Juni dieses Jahres ab.
Dabei sind Aktienrückkäufe eine gute Möglichkeit, Aktionären Kapital zurückzugeben. Während der Pandemie durften die Banken keine Dividenden ausschütten, entsprechend unattraktiv wurden ihre Aktien für Anleger. Dieses Image versuchen die europäischen Banken nun aufzupolieren.