Aktivistische Investoren: Angriffe von Hedgefonds: Mehr als 60 Unternehmen sind „äußerst gefährdet“
Aktivistische Investoren versuchen, zum Beispiel über Sitze im Aufsichtsrat die strategische Ausrichtung eines Unternehmens zu beeinflussen.
Foto: dpaFrankfurt. Während der Coronakrise waren die aktivistischen Investoren zurückhaltend. Doch damit ist es jetzt vorbei. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) rücken in diesem Jahr Dutzende von Unternehmen im deutschsprachigen Raum ins Visier der Aktivisten.
Nach der Analyse sind 64 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz „äußerst gefährdet“. Aktivistische Investoren sind in der Regel angelsächsische Hedgefonds, die zum Beispiel von einer schwachen Performance der Aktien oder strukturellen Schwächen der Konzerne angezogen werden.
Sie kaufen sich kleinere Anteile und versuchen dann, beispielsweise über Sitze im Aufsichtsrat die strategische Ausrichtung der Unternehmen zu beeinflussen. Für die Experten von BCG sind rund 90 Prozent der Konglomerate gefährdet, die nicht fokussiert sind auf einen Geschäftsbereich.
„Im vergangenen Jahr sind die Aktienkurse stark gestiegen, deswegen gab es relativ wenige Angriffspunkte für die Aktivisten. Aber diese Zeit ist vorbei, die Kursschwankungen an den Börsen nehmen wieder zu, es gibt Schwächephasen. Damit werden sich die aktivistischen Aktionäre vermehrt zurückmelden, auch in Deutschland“, sagt BCG-Partner Rüdiger Wolf.