Bilanzskandal: Ein Jahr nach dem Untergang: So sieht der Scherbenhaufen von Wirecard aus
Inzwischen ist das alte Logo am Gebäude Geschichte.
Foto: HandelsblattFrankfurt, Düsseldorf. Den großen Wirecard-Schriftzug auf der Firmenzentrale in Aschheim hat Insolvenzverwalter Michael Jaffé abmontieren lassen. Das Logo, das zum Symbol des Milliardenskandals wurde, ist inzwischen eingelagert. Das Haus der Bayerischen Geschichte hat offenbar schon großes Interesse angemeldet, wie auch an weiterem symbolträchtigen Wirecard-Inventar. Zumindest in dieser Hinsicht ist der Zahlungsabwickler, mit dem einer der größten Betrugsskandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte verbunden ist, bereits ein Fall für die Geschichtsbücher.
Um exakt 10:43 Uhr gab Wirecard am 18. Juni 2020 per Ad-hoc-Mitteilung bekannt, dass es Zweifel an der Existenz von 1,9 Milliarden Euro gebe, einem Viertel der Bilanzsumme. Es lägen Hinweise auf „unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken“ vor. Der Abschlussprüfer EY habe Wirecard darüber informiert. Damit war klar: Wirecard erhält kein Testat.
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Die Nachricht leitete den rasanten Untergang des Unternehmens ein, für das es in seiner rund 20-jährigen Geschichte meist nur aufwärtsgegangen war. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs im Jahr 2018 wurde der als deutsches Tech-Wunder gefeierte Konzern in den Leitindex Dax aufgenommen.