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Coronakrise Mustier soll Banken-Konsens zu Dividendenverzicht anstreben

Der Vorsitzende des EBF soll Insidern zufolge die Mitglieder nach ihrer Ansicht zu dem Thema gefragt haben. Angestrebt wird demnach eine gemeinsame Empfehlung.
25.03.2020 Update: 25.03.2020 - 16:13 Uhr Kommentieren
Der UniCredit-Chef hat derzeit den Vorsitz im Europäischen Bankenverband inne. Quelle: Reuters
Jean Pierre Mustier

Der UniCredit-Chef hat derzeit den Vorsitz im Europäischen Bankenverband inne.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die führende europäische Bankenlobby will unterrichteten Kreisen zufolge einen gemeinsamen Ansatz für die Banken in der Region finden, ob Dividenden ausgesetzt werden sollen. Damit sollen ihre Kapitalressourcen geschützt werden angesichts des durch den Coronavirus verursachten Schadens für die Wirtschaft.

UniCredit-Chef Jean Pierre Mustier, der derzeit den Vorsitz im Europäischen Bankenverband EBF innehat, bat die Mitglieder in einem Schreiben um ihre Ansicht zu dem Thema, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

Hintergrund seien zunehmende Rufe danach, dass Banken die Kapital- und Bilanzerleichterungen nutzen sollten, um die Wirtschaft am Laufen zu halten – statt die Entlohnung der Aktionäre im Auge zu haben, hieß es weiter. Eine gemeinsame Empfehlung der europäischen Banken würde es ihnen einfacher machen, diesen Schritt zu rechtfertigen, sagten die Personen.

Am Mittwoch hieß es: Auf Staatshilfen angewiesene Unternehmen sollen auf Boni- und Dividendenzahlungen verzichten. In einem Beschluss des Haushaltsausschusses im Bundestag, der am Mittwoch angenommen werden soll, heißt es, auch Sondervergütungen in Form von Aktienpaketen oder Gratifikationen neben dem Festgehalt müssten wegfallen. Das gelte für die Zeit der staatlichen Hilfen mit Eigenkapital oder umfangreichen Garantien.

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    Bisher haben wenige europäische Banken Dividendenkürzungen angekündigt. Das spanische Kreditinstitut Banco Santander SA sagte am Montagabend, dass es die Ausschüttung auf das nächste Jahr verschieben werde.

    Ein Sprecher des EBF reagierte nicht auf Telefonanrufe und Textmitteilungen mit der Bitte um Stellungnahme.

    Die Banken haben von der EZB beispiellose Erleichterungen erhalten zur Bewältigung der Folgen des Coronavirus-Ausbruchs. Die Finanzinstitute dürfen ihre Kapitalpuffer vorübergehend anzapfen und erhalten mehr Zeit, gegen notleidende Kredite vorzugehen.

    Bankenverband BdB: Aussetzung von Dividenden nicht ausschließen

    Angesichts einer „hohen Ungewissheit“ über die weitere Entwicklung der Coronakrise empfahl der deutsche Finanzaufseher Bafin den Banken am Dienstag, von Aktienrückkäufen Abstand zu nehmen sowie Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni sorgfältig abzuwägen.

    Der Bankenverband BdB reagiert auf die Forderung der Bafin und anderer Aufseher nach nach einem Verzicht auf die Gewinnausschüttung.

    „Eine Aussetzung der Dividendenzahlungen für 2019 sollte angesichts der hohen Dynamik der Coronakrise nicht ausgeschlossen werden. Diesen Überlegungen steht der Bankenverband positiv gegenüber“, erklärte ein Sprecher des Verbands der privaten Banken am Mittwoch. Damit leisteten die Banken einen Beitrag, um ihre Leistungsfähigkeit für die Kunden aufrecht zu erhalten.

    Am Dienstag hatte Bafin-Chef Felix Hufeld den Banken einen Verzicht auf Gewinnausschüttungen nahegelegt. Die Commerzbank, die für 2019 eigentlich eine Dividende von 15 Cent je Aktie zahlen will, hatte daraufhin erklärt, sie schaue sich das genau an und werde dann verantwortungsvoll entscheiden.

    Die Aareal Bank verwies auf ihre Mitteilung vom 26. Februar, wonach sie eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie vorgeschlagen hat. Über die Gewinnausschüttung müssen jeweils die Hauptversammlungen der Institute entscheiden.

    Die Deutsche Bank hatte wegen der Kosten des Konzernumbaus bereits im Juli angekündigt, für 2019 und 2020 keine Dividende zu zahlen. Auch in anderen Ländern Europas drängen die Aufseher die Banken dazu, auf Dividenden zu verzichten.

    Mehr: Ex-Chefin des US-Einlagensicherungsfonds FDIC: „Banken sollten ihre Dividenden und Boni streichen“. Lesen Sie hier mehr.

    • Bloomberg
    • rtr
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