Hedgefonds: Warum Shortseller jetzt eine Banken-Erholung beschleunigen können
In der gesamten europäischen Bankenbranche steigen die Spekulationen auf fallende Kurse.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Die Gefahr einer weltweiten Bankenkrise hat Hedgefonds alarmiert: Die unregulierten Investmentfonds haben sich umfassend für fallende Kurse bei Bankaktien vorbereitet. Das geht aus einer Analyse des Finanzdatenanbieters S3 Partners hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.
Demnach haben die auch Shortseller genannten Profiinvestoren im März ihre Positionierung für fallende Kurse um fast 13 Milliarden Dollar erhöht – damit sind sie doppelt so stark gestiegen wie in jeder anderen Branche.
Insgesamt belaufen sich die Short-Positionen mittlerweile auf knapp 110 Milliarden Dollar.
Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies in Frankfurt, sieht dafür zwei Gründe: „Entweder sind es Wetten auf fallende Kurse oder Absicherungen gegen Kursrisiken. In beiden Fällen geht es aber darum, mit dem Geschäft Gewinn zu machen.“
Die Shortseller sehen also weitere Kursrisiken. Insgesamt gibt es fünf Erkenntnisse, die sich aus den Short-Positionen der Hedgefonds im Bankensektor ableiten lassen.
1. Nordamerika und Europa im Fokus
Für Short-Geschäfte leihen sich die Hedgefonds Aktien von Großinvestoren wie Versicherungen oder Pensionsfonds gegen eine Gebühr aus und verkaufen diese sofort in der Erwartung, sie vor dem Rückgabetermin günstiger zurückkaufen zu können. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufspreis ist ihr Gewinn.