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DevisenChina fordert Banken um Mithilfe im Kampf gegen Yuan-Schwäche auf

Einem Bericht zufolge sollen Großbanken jetzt Dollarkäufe von Unternehmen auffangen. Zudem bekommen die Institute mehr Freiheiten bei der Kreditvergabe. 14.09.2023 - 14:05 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Im laufenden Jahr hat der Yuan bisher fünf Prozent zum Dollar verloren.

Foto: Reuters

Shanghai. Die chinesischen Behörden fordern Insidern zufolge die größten Banken des Landes zur Mithilfe im Kampf gegen die Yuan-Schwäche auf. Die Kreditinstitute sollen dazu ihre Devisenpositionen nicht sofort ausgleichen, sondern noch eine Weile offen halten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Dieser Schritt würde bedeuten, dass ein Teil der umfangreichen Dollarkäufe von Unternehmen von den Banken aufgefangen würde und eine Zeit lang in ihren Büchern verbleibt. Das soll helfen, den Abwertungsdruck auf den Yuan zu verringern.

Die Anweisung geht den Insidern zufolge auf ein Treffen zurück, das die Zentralbank Anfang dieser Woche mit einigen Geschäftsbanken abhielt. Dabei sei den Geldhäusern auch mitgeteilt worden, dass Unternehmen, die Transaktionen von 50 Millionen Dollar oder mehr tätigen wollen, die Genehmigung der Zentralbank einholen müssen.

Der Yuan hat in diesem Jahr bisher mehr als fünf Prozent zum Dollar verloren, womit er zu einer der asiatischen Währungen mit der schlechtesten Bilanz gehört. „Die Ursache für die Schwäche des Yuan liegt ganz einfach darin, dass die Zinsen in China niedrig sind, dass die Konjunktur schwächelt und dass daher die Rendite des in China investierten Kapitals nicht so hoch ist wie anderswo“, sagte Analyst Sid Mathur von der Bank BNP Paribas. „Das wiederum wirkt sich auf die Kapitalströme aus.“

Die neuen Bemühungen der Behörden kommen kurz vor Chinas sogenannter „Goldener Woche“ Anfang Oktober. Diese bringt traditionell einen Schub an Dollarnachfrage mit sich, da die zahlungskräftige Mittelschicht diese Feiertagswoche gerne für Auslandsreisen nutzt. Nun aber seien die Banken angewiesen worden, ihre Kunden zu ermutigen, sich mit Dollarkäufen zurückzuhalten, sagten die Insider. Die Zentralbank reagierte nicht sofort auf die Anfrage von Reuters nach einem Kommentar.

Mehr Spielraum bei der Kreditvergabe

Angesichts der anhaltenden Wirtschaftsflaute gibt Chinas Notenbank den Banken zudem mehr Spielraum bei der Kreditvergabe. Die Währungshüter beschlossen am Donnerstag, den Reservesatz für Geschäftsbanken (RRR) um einen Viertelprozentpunkt zu senken – und zwar ab dem 15. September.

Ausnahmen gelten nur für jene Finanzinstitute, die einen Mindestreservesatz von fünf Prozent eingeführt haben. Es ist bereits die zweite Senkung dieses Schlüsselsatzes in diesem Jahr. Die PBoC stützt damit die maue Konjunktur: Je geringer der RRR ist, desto mehr Spielraum haben die Banken zur Vergabe von Darlehen.

Die Zentralbank hatte die schleppende Konjunktur im August mit einer an den Finanzmärkten als eher halbherzig gewerteten Zinssenkung anzuschieben versucht. Die Konjunktur kommt jedoch insgesamt nicht so in Gang, wie von der Regierung in Peking nach der Aufhebung der strikten Corona-Restriktionen gegen Ende vorigen Jahres erhofft. 

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rtr
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