Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Eba 7000 Datenpunkte weniger: EU-Bankenaufsicht will Regulierungskosten für kleinere Kreditinstitute senken

Die EU-Bankenaufsicht Eba macht Vorschläge, wie sich der Aufwand für kleine Geldhäuser reduzieren lässt. Das könnte den Aufwand für Berichtspflichten deutlich reduzieren.
07.06.2021 Update: 07.06.2021 - 21:12 Uhr Kommentieren
Die zahlreichen Aufsichtsbehörden der Europäischen Union fordern von jeder Bank regelmäßig zahlreiche Informationen ein. Quelle: dpa
EZB in Frankfurt

Die zahlreichen Aufsichtsbehörden der Europäischen Union fordern von jeder Bank regelmäßig zahlreiche Informationen ein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die umfangreichen Datenabfragen der europäischen Aufsichtsbehörden sind vor allem für kleine Banken eine erdrückende Belastung. Nun hat die European Banking Authority (Eba), die Bankenaufsicht der EU, 25 Empfehlungen veröffentlicht, die den Aufwand und damit die Kosten für die kleinen und wenig komplexen Geldhäuser deutlich reduzieren soll.

„Unsere Empfehlungen könnten die Daten, die kleine Banken melden müssen, um 7000 Datenpunkte senken“, sagte Meri Rimmanen, Direktorin für Datenanalyse, Berichtswesen und Transparenz, dem Handelsblatt. „Im Moment müssen kleine und nichtkomplexe Banken bis zu 40.000 Datenpunkte melden.“ Etwa sieben der Empfehlungen widmen sich diesem Thema.

Den Empfehlungen zufolge könnten die Kosten für das Meldewesen bei rund 2900 Kleininstituten durch die Empfehlungen insgesamt um 15 bis 24 Prozent sinken. Das entspricht 188 bis 288 Millionen Euro. „Einige der Empfehlungen können kurzfristig umgesetzt werden, andere im nächsten Jahr“, sagte Rimmanen. „Alles in allem könnte die Umsetzung in den nächsten fünf Jahren erfolgen.“

Mit den Vorschlägen für kleine Institute greift die EU-Aufsicht ein Thema auf, das gerade vielen kleineren Geldhäusern unter den Nägeln brennt: Sie fühlen sich von den zahlreichen Meldungen, die sie regelmäßig an verschiedene Behörden verschicken müssen, mit bürokratischen Anforderungen überfrachtet.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zum einen kritisieren Branchenvertreter die Fülle an Informationen, die regelmäßig verschickt werden müssen. Zum anderen gibt es Kritik daran, dass die unterschiedlichen Aufsichtsbehörden häufig unterschiedliche Daten zu sehr ähnlichen Themen abfragen. Der Chef der Sparkasse Schwerte, Ulrich Bartscher, hatte die umfangreichen Meldepflichten vor Kurzem in einem viel beachteten Protestbrief kritisiert.

    Relevantes Thema für die deutsche Finanzbranche

    Die Entlastung von solchen Berichtspflichten ist gerade auch für die deutsche Finanzbranche sehr relevant. Denn gerade in Deutschland gibt es alleine wegen der zahlreichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken noch immer sehr viele kleine, unabhängige Institute. Sie alle müssen eigenständig Meldungen an die Aufseher abgeben.

    Entsprechend zufrieden zeigen sich Branchenvertreter. „Wir begrüßen den Report der EBA, der die auch von uns immer wieder artikulierten Sorgen der Institute widerspiegelt und die Kostentreiber im Meldewesen reflektiert“, sagte Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Dass die EBA bei ihren Überlegungen nicht nur die kleinen, sondern auch die mittelgroßen Institute berücksichtigt, die nicht komplex sind, zeige, dass die Aufseher ihren Auftrag ernst nehmen würden.

    Seit einiger Zeit bemühen sich daher auch deutsche Aufsichtsbehörden um bessere Prozesse. „Aktuell ist das bankaufsichtliche Meldewesen komplex, sowohl für die Banken als auch die Aufsicht sehr aufwendig und noch stark an der starren Struktur von Meldebögen orientiert“, hatten der Bafin-Exekutivdirektor Raimund Röseler und der für Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling im Dezember in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt geschrieben. „In Zukunft wollen wir flexiblere digitale Kanäle einrichten“, so Röseler und Wuermeling weiter. Ihnen schwebt vor, die nötigen Informationen bei Bedarf direkt bei den Instituten abzugreifen.

    Eba empfiehlt Dienste von Fintechs

    Zu den Verbesserungsvorschlägen der Eba zählen unter anderem abgespeckte Meldungen etwa zu Liquiditätskennziffern. Außerdem vereinfachte Abfragen zu weiteren aufsichtsrechtlichen Kennziffern wie etwa der Belastung von Vermögenswerten.

    Die Eba verspricht außerdem, Abfragen mit nationalen Aufsichtsbehörden besser zu koordinieren. Außerdem nimmt sich die Behörde vor, Datenabfragen langfristiger zu planen und seltener zu ändern – mit mehr Zeit für Banken, ihre IT entsprechend umzustellen.

    Die Eba spricht sich allerdings auch dafür aus, dass die Branche ihre Prozesse stärker digitalisiert und auf Lösungen von Fintechs oder Regtechs setzt, also auf die Angebote von Finanztechnologieunternehmen, die sich auf Regulierungs-Dienstleistungen spezialisiert haben.

    Mehr: 214.200 Blatt Papier verschwendet – Sparkassen-Chef kritisiert Schreiben der Bafin

    Startseite
    Mehr zu: Eba - 7000 Datenpunkte weniger: EU-Bankenaufsicht will Regulierungskosten für kleinere Kreditinstitute senken
    0 Kommentare zu "Eba : 7000 Datenpunkte weniger: EU-Bankenaufsicht will Regulierungskosten für kleinere Kreditinstitute senken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%