Ehemalige Landesbank: Hamburg Commercial Bank steigert Gewinn – und will bei Konsolidierung mitmischen
Die Bank war 2018 privatisiert worden.
Foto: dpaBerlin, Frankfurt. Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat ihren Umbau für beendet erklärt: „Wir haben unsere Transformation erfolgreich beendet“, sagte HCOB-Chef Stefan Ermisch am Donnerstag bei der Vorlage vorläufiger Zahlen. „Der tiefgreifende Umbau trägt nun Früchte.“
Der Gewinn stieg im abgelaufenen Jahr auf 351 Millionen Euro nach 102 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – und übertraf damit die zuletzt zum Halbjahr 2021 angehobene Prognose oberhalb von 250 Millionen Euro deutlich. Gründe sind ein rentableres operatives Geschäft, Entlastungen in der Risikovorsorge und Kostensenkungen. Die Mitarbeiterzahl ist Ermisch zufolge von einst um die 4000 auf jetzt unter 1000 gesunken.
Die Bank sei nun „super attraktiv“, sagte Ermisch. „Wir sind effizient, profitabel und haben eine starke Kapitalbasis“, so der HCOB-Chef. Die sehr starke Kapitalposition ermögliche der Bank ein hohes Maß an strategischer Flexibilität. In der Tat konnte die Bank ihre Eigenkapitalquote auf 28,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt hatte der Vorstandschef vergangenes Jahr betont, dass die hohe Eigenkapitalquote „wegen des geplanten Übergangs in das Einlagensicherungssystem des Bundesverbands deutscher Banken gut ist“. Es sei aber auch klar, dass die Bank „mittelfristig eine geringere Kapitalquote haben sollte“. Die Kapitalanforderungen der Finanzaufsicht liegen bei zwölf Prozent.
Das Geldhaus war Ende 2018 als erste Landesbank privatisiert worden und ging für eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und JC Flowers. Hamburg und Schleswig-Holstein hatten die HSH Nordbank in der Schiffs- und Finanzkrise mit Milliardenhilfen vor dem Aus gerettet und mussten sie auf Druck der EU verkaufen. Anfang dieses Jahres wechselte die Bank vom Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe in den Einlagensicherungsfonds des Privatbanken-Lagers.
Am Donnerstag bestätigte Ermisch nochmals, dass die Kapitalquote wieder in „ökonomisch sinnvolle Ebenen“ zurückgeführt werden müsse. Konkrete Projekte für die überschüssigen Mittel gebe es laut dem CEO derzeit aber noch nicht.
Man wisse nie, wann der richtige Zeitpunkt für solche M&A-Deals sei. „Wichtig ist, dass man sich darauf vorbereitet – das tun wir.“ Noch sei offen, ob die HCOB aktiv oder passiv daran teilnehme. Im deutschen Bankensektor werde aber zu wenig konsolidiert, sagte Ermisch. „Vielleicht werden wir an der einen oder anderen Stelle auch unseren Beitrag leisten können.“ Der CEO ließ durchblicken, dass es Ende des Jahres konkretere strategische Pläne für die kommenden Jahre geben könnte.
Für 2022 peilt die Bank ein Ergebnis nach Steuern von etwa 250 Millionen Euro an. Die Bilanzsumme soll in den nächsten Jahren wieder in Richtung 35 Milliarden Euro steigen, nachdem sie in den vergangenen Jahren auf 30 Milliarden Euro geschmolzen ist. „Wir blicken sehr positiv in dieses Jahr“, sagte Ermisch. Eine Dividende werde es allerdings erst 2023 für das laufende Geschäftsjahr geben.