Extraprämie: Deutsche Bank will Mitarbeitern Inflationsbonus zahlen
Deutschlands größtes Geldhaus will seine Mitarbeiter angesichts hoher Teuerungsraten entlasten.
Foto: dpaFrankfurt. Die Deutsche Bank will zahlreichen Mitarbeitern angesichts gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise einen steuerfreien Bonus bezahlen. Tarifangestellte in Deutschland sollen nach derzeitigem Verhandlungsstand 1500 Euro bekommen, hieß es in Finanzkreisen. Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
Ein Sprecher des Frankfurter Geldhauses wollte sich zur Höhe der Inflationsausgleichsprämie nicht äußern, betonte aber: „Die Deutsche Bank prüft, die Möglichkeiten aus dem dritten Entlastungspaket der Bundesregierung zu nutzen.“
Das Entlastungspaket sieht vor, dass Unternehmen ihren Beschäftigten wegen der hohen Teuerungsraten einen steuer- und abgabefreien Bonus von bis zu 3000 Euro überweisen dürfen. Mehrere Banken wie die ING Deutschland, die DKB, die Targobank und die Commerzbank haben entsprechende Zahlungen bereits angekündigt. Bei anderen Instituten laufen Verhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretern darüber noch.
Bei der Commerzbank erhalten Beschäftigte im Dezember eine Prämie zwischen 500 und 2000 Euro. Der Vorstand hat zudem seine Bereitschaft signalisiert, im kommenden Jahr mit den Arbeitnehmern über eine mögliche Aufstockung der Zahlungen zu sprechen.
„Dabei werden wir natürlich die Ergebnissituation der Bank im Blick haben müssen“, erklärte Commerzbank-Personalchefin Sabine Schmittroth am Freitag in einem Beitrag im Intranet des Instituts. Bei den Prämien im Dezember habe die Commerzbank das verfügbare Budget so genutzt, dass niedrigere Lohngruppen stärker entlastet würden.
Beschäftigte der nicht tarifgebundenen Servicegesellschaften ComTS, des Callcenters CDS und des Tagungshotels Collegium Glashütten sollen 2000 Euro erhalten. Nachwuchskräfte und tariflich bezahlte Mitarbeiter der Commerzbank AG in Deutschland bekommen 1000 Euro. An außertariflich bezahlte Beschäftigte im Inland sowie Mitarbeiter im Ausland werden 500 Euro ausgezahlt. Führungskräfte der ersten und zweiten Führungsebene gehen leer aus.
Zinswende treibt Gewinn der Banken
Viele deutsche Geldhäuser können sich die Zahlung einer Prämie aktuell locker leisten, schließlich lief es bei ihnen im operativen Geschäft zuletzt rund, unter anderem wegen der Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im dritten Quartal mehr als verfünffacht auf 1,1 Milliarden Euro.
In seinem Quartalsbericht schlug das Institut beim Blick in die Zukunft allerdings vorsichtigere Töne an. Zwar sieht die Bank aufgrund der „weiterhin guten Geschäftsentwicklung“ die Möglichkeit, ihre Ertragsprognose „für das Gesamtjahr 2022 zu übertreffen“.
Über das zentrale Ziel einer Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent sagte das Institut dagegen nur, „im letzten Quartal des Jahres 2022 arbeitet der Konzern weiter darauf hin, seine Finanzziele zu erreichen“. Das scheint jedoch zunehmend schwieriger zu werden: Das derzeitige Umfeld sei „zunehmend von Herausforderungen geprägt, und der Kostendruck hat sich verstärkt“, warnte das Institut.
Die Finanzaufsicht hat alle Banken aufgefordert, angesichts der drohenden Rezession mit Kreditausfällen vorsichtig zu sein und hohe Kapital- und Liquiditätspuffer vorzuhalten.