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Finanzierungsrunde Fintech Tomorrow will Kunden zu Anlegern machen

Die Smartphonebank will in einer neuen Finanzierungsrunde vier Millionen Euro einsammeln. Dabei setzt das Fintech voll auf die eigene Kundschaft.
15.09.2020 - 19:00 Uhr Kommentieren
Fast 40.000 Kunden hat das Fintech bislang. Quelle: Tomorrow
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Fast 40.000 Kunden hat das Fintech bislang.

(Foto: Tomorrow)

Berlin Nach den 8,5 Millionen Euro, die das Hamburger Finanz-Start-up Tomorrow Ende vergangenen Jahres bei Investoren eingesammelt hatte, mutet der neue Betrag fast bescheiden an: „In der neuen Finanzierungsrunde wollen wir vier Millionen Euro einsammeln, um unsere nächsten Meilensteine zu erreichen“, sagte Michael Schweikart, einer der drei Gründer, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Doch diese Runde unterscheidet sich von den üblichen Finanzierungsaktivitäten von Start-ups, die von Venture-Capital-Investoren geprägt sind. Denn die Hälfte der angepeilten vier Millionen Euro soll von der „Community“ kommen, so Schweikart, also von den bislang rund 40.000 Kunden. Bestandsinvestoren sollen die andere Hälfte schultern. Den Löwenanteil übernimmt dabei der Londoner Environmental Technologies Fund. Unter dem Strich werden die drei Gründer die knappe Mehrheit halten.

Bei der Finanzierung will Tomorrow seinen Kunden maximale Transparenz bieten. Denn die sollen zu der gleichen Bewertung investieren und partizipieren können wie die Bestandsinvestoren. Das Risiko bleibt hoch, aber die Crowd-Investoren haben die Gewissheit, dass professionelle Kapitalgeber die Bedingungen gecheckt haben und das Engagement eingehen wollen.

„Die Modalitäten der Finanzierungsrunde werden wir transparent kommunizieren“, verspricht Schweikart. Bei Crowd-Investments, also der Schwarmfinanzierung, beteiligen sich Anleger in der Regel durch Nachrangdarlehen, die verzinst werden. Tomorrow will einen anderen Weg einschlagen. Kunden der Smartphonebank können Genussrechte zeichnen und an der möglichen Wertsteigerung partizipieren. Die Spanne ist denkbar groß – die Mindestbeteiligung liegt bei 100 Euro, die maximale bei 25.000 Euro.

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    Für die Crowdinvesting-Kampagne arbeitet Tomorrow mit der Plattform Wiwin, welche auch die Vermittlung des tokenbasierten Wertpapiers umsetzt. Über die Unternehmensentwicklung will Tomorrow die Anleger durch regelmäßige Reportings auf dem Laufenden halten. Zwar bestehen Chancen, bei einem möglichen Exit am Unternehmenserfolg zu partizipieren. Andererseits besteht auch die Gefahr des Verlusts des eingesetzten Kapitals.

    Hart umkämpfter Markt

    Die Tomorrow-Gründer sind selbst gespannt auf die Resonanz der Crowd. Bei einem Erfolg will Schweikart nicht ausschließen, dass das der Beginn einer neuen Finanzierungsstrategie sein könnte.

    Mit dem eingeworbenen Geld will Tomorrow das nachhaltige digitale Girokonto vervollständigen. So sollen die Kunden in die Lage versetzt werden, mit Apple Pay zu zahlen. Zudem soll ein Dispokredit eingeführt werden. Bereitgestellt und durchgeführt wird dieser durch die Solarisbank, deren Kernbanksystem Tomorrow nutzt.

    Tomorrow bewegt sich auf einem hart umkämpften Markt. Als Platzhirsch in Deutschland dürfte die Smartphonebank N26 gelten. Doch auch Anbieter wie Bunq, Revolut oder Vivid Money wollen sich ein Stück vom Kuchen abschneiden. Sie eint die Vorstellung, dass Kunden auf Filialbanken verzichten können.

    Um ihr Profil als ökologische Bank zu schärfen, will Tomorrow einen nachhaltigen Fonds auflegen. „Wir haben uns den Markt angesehen und eigentlichen keinen entdeckt, der unseren Ansprüchen gerecht wird“, so Schweikart. So sind die Gründer selbst initiativ geworden, wobei ein externer Fondsmanager einbezogen wurde.

    Die Tomorrow-Plattform soll an eine Depotbank angebunden werden. „Wir haben das Anlageuniversum definiert, auch unterstützt durch Nachhaltigkeits-Ratingagenturen“, sagt Schweikart. Im kommenden Jahr rückt bei uns das Thema Auslandsexpansion in den Vordergrund. Ins Visier genommen werden dabei Frankreich, Niederlande, Spanien und Österreich. Langfristiges Ziel bleibt es, eine Million Kunden zu gewinnen.

    Mehr: Klarna-Chef will mit neuem Kapital auch neue Bankprodukte anbieten.

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