Geldanlage: „Deutschland braucht jetzt eine Investor-Relations-Strategie“
Frankfurt. Der Vorstandschef der Förderbank KfW, Stefan Wintels, spricht sich dafür aus, für Zukunftsinvestitionen mehr privates Kapital in Deutschland und Europa zu mobilisieren. „Aktuell benötigen wir Kapital aus Asien, dem Nahen Osten, Großbritannien, den USA und Kanada“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Anders ließen sich die enormen Summen nicht aufbringen, die in den nächsten Jahren nötig würden.
„Das ändert aber nichts daran: Eine größere Finanzmarktsouveränität in Deutschland und Europa wäre wichtig“, so Wintels. Allerdings müsse dazu wohl die Regulierung von Banken und Versicherungen geändert werden. „Wir sollten prüfen, wo wir Vorschriften anpassen können, ohne gleich die Stabilität des Finanzsystems zu gefährden“, meint der Finanzexperte. Auch eine kapitalmarktbasierte Altersvorsorge sei ein wichtiger Baustein.
Die KfW selbst will künftig einen größeren Anteil ihrer Gewinne für zusätzliche Zinsverbilligungen nutzen. Im vergangenen Jahr sei dieser Eigenanteil auf über 500 Millionen Euro gestiegen, für dieses Jahr sei eine ähnliche Größenordnung geplant. „Der Schwerpunkt dürfte in den Bereichen Mittelstand und Wohnen liegen“, so Wintels. Mit Blick auf die Rüstungsbranche stellte Wintels eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen europäischen Förderbanken in Aussicht.