Geldanlage: Diese Onlinebroker bieten ihren Kunden die besten Konditionen
Köln. In den vergangenen Jahren kamen noch viele neue Neobroker auf den Markt. Doch dieser ist mittlerweile gesättigt und die Anbieter kämpfen um jeden Kunden. Bei den Kosten unterbieten sie sich teilweise nur um wenige Cents.
Ihr Angebot haben sie mittlerweile deutlich erweitert, weiß Beate Balke, Wertpapier-Expertin bei der FMH-Finanzberatung. „Die Anzahl der sparplanfähigen Wertpapiere ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen.“ An Bedeutung gewonnen hat mit Blick auf die Kosten zudem die Zahl an Handelsplätzen. „Der Kunde kann sich bei einer großen Auswahl an Handelsplätzen selbst aussuchen, wo es für ihn zum Kaufzeitpunkt am günstigsten ist. Für jemanden, der viel handelt, und sich gut mit Investments auskennt, ist das Gold wert“, sagt Balke.
Der verschärfte Wettbewerb unter den Brokern ist für Anleger also von Vorteil. Die FMH-Finanzberatung hat für das Handelsblatt 20 Anbieter geprüft und mithilfe eines Punktesystems eine Rangliste erstellt. Wichtige Kriterien waren die Depotkosten und die Kosten pro Order. Inzwischen ist es allerdings eher die Ausnahme, dass Anbieter überhaupt noch Depotgebühren verlangen.
FMH berücksichtigte außerdem, wie umfangreich das Angebot an Aktien- oder ETF-Sparplänen ausfällt. Darüber hinaus floss in die Bewertung positiv ein, wenn ein Broker mehrere Handelsplätze anbietet. Auch zusätzliche Extras wie Guthabenzinsen auf dem Verrechnungskonto brachten Pluspunkte.
Sechs Broker erhalten die Note „sehr gut“. Dazu gehören Smartbroker+, Traders Place, XTB, Scalable Capital, Trade Republic und N26. Vier Anbieter schneiden mit „gut“ ab: Finanzen.net Zero, Just Trade, Flatex und Interactive Brokers. Die übrigen erhalten die Note „befriedigend“.
Vorjahressieger Traders Place und Smartbroker+ teilen sich den ersten Platz. Beide überzeugen mit günstigen Handelskosten und einer breiten Auswahl an Sparplänen. Anleger können bei ihnen an allen Handelsplätzen investieren.
Traders Place bietet einen Neukunden-Bonus von 100 Euro in Form von ETF-Anteilen. Für kleine Handelsvolumina unter 500 Euro zahlen Anleger 0,95 Euro pro Order. Größere Volumina sind kostenfrei. Der Anbieter hat 400 Aktiensparpläne und 1125 ETF-Sparpläne.
„Wir beobachten einen anhaltenden Trend zur langfristigen, systematischen Vermögensbildung – insbesondere bei jüngeren Kundengruppen“, erklärt Traders-Place-Geschäftsführer Ernst Huber den Ausbau des Sparplan-Angebots. Insbesondere bei ETFs hätten Anleger mehr Auswahl nachgefragt.
Gebührenfreier Handel bei N26
Smartbroker+ bietet keinen Neukundenbonus, aber eine größere Sparplan-Auswahl. Anleger können zwischen 2500 Aktien- und 1600 ETF-Sparplänen wählen. Die Kosten pro Order wurden stark reduziert. Im Vorjahr zahlten Anleger für Handelsvolumina unter 500 Euro noch vier Euro pro Order, inzwischen ist es nur noch ein Euro. Der Handel über über den Handelsplatz Gettex ist ab 500 Euro kostenfrei. Mit diesem Angebot will Smartbroker+ laut Vorstand Thomas Soltau bewusst aktive Kunden ansprechen.
Wer komplett gebührenfrei handeln will, ist mit dem Neobroker N26 am besten beraten. Im Angebot hat der Onlinebroker 2300 Aktiensparpläne und 1700 ETF-Sparpläne. Allerdings bietet N26 nur den deutschen Handelsplatz Tradegate an, Aktionäre sind also an dessen Handelszeiten und Spreads gebunden.
Ein weiterer Haken bei N26: Kunden müssen ein Girokonto eröffnen. Dafür gab es bei der FMH-Analyse Punktabzug: „Wer über mehr als zwei Girokonten verfügt, könnte damit seinen Schufa-Score verschlechtern“, warnt Balke.
Am Ende entscheiden bei der Wahl des Depotanbieters oft feine Unterschiede. Deshalb lohnt es sich, genau zu überlegen, welche Kriterien Priorität haben.
Erstpublikation: 05.05.2025, 01:54 Uhr.