Geldhaus: Blick ins Wohnzimmer der Aktionäre: So lief die Hauptversammlung der Deutschen Bank
Mit den Geschäftszahlen sind die meisten Aktionärsvertreter zufrieden, an der virtuellen Versammlungsform und am Abschlussprüfer des Instituts üben sie aber Kritik.
Foto: dpaFrankfurt. Der Unmut von Kleinaktionären kann gefährlich werden. Etwa wenn man es mit dem Deutsche-Bank-Aktionär aus Bayern zu tun bekommt, der sich darüber ärgert, dass Vorstandchef Christian Sewing ihm nicht seine Fragen zu seinem Arbeitsalltag beantwortet hat.
Dass die Bank das Layout seiner Wahlvorschläge aus seiner Sicht verhunzt hat, verbessert seine Stimmung auch nicht. Paul Achleitner, der Vorgänger des aktuellen Aufsichtsratschefs Alex Wynaendts, habe ihm auf seine E-Mails immer „vernünftig“ geantwortet.
„Gehen Sie mal nach Österreich zu Herrn Achleitner, der hat es am Ende so einigermaßen gekonnt“, empfiehlt der ältere Herr Vizeaufsichtsratschef Norbert Winkeljohann, der die virtuelle Hauptversammlung der Bank in diesem Jahr leitete. Dann hält er dem Versammlungsleiter eine rote Karte in die Kamera, die ihn filmt. Für Winkeljohann wohl schmerzlicher: Der ältere Herr, der aus seiner Wohnung zugeschaltet ist, besteht darauf, dass alle Abstimmungsergebnisse des Aktionärstreffens ausführlich verlesen werden, statt das Zahlenwerk zeitsparend einzublenden.
Selbst als Winkeljohann ihn mit der Aussicht auf eine Alltagsschilderung von Christan Sewing ködern will, bleibt der Kleinaktionär hart. Das wird die Veranstaltung am Ende noch erheblich in die Länge ziehen. Verglichen mit früheren Hauptversammlungen verläuft das Aktionärstreffen relativ versöhnlich. Es endet jedoch mit teils kuriosen Ergebnissen.