Girokonto: Dispozinsen steigen deutlich stärker als Tagesgeldzinsen
Mindestens 43 Prozent der deutschen Banken zahlen keine Zinsen auf Tagesgeld, bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen ist der Anteil noch etwas höher. Vor einem Monat gab es noch bei 55 Prozent aller Geldhäuser keine Tagesgeldzinsen.
Foto: imago images/Noah WedelFrankfurt. Die deutschen Banken haben die Dispozinsen binnen eines Jahres deutlich stärker angehoben als die Tagesgeldzinsen. So stiegen die Zinsen für Dispokredite für Privatpersonen volumengewichtet im Schnitt von Ende Januar 2022 bis Ende Januar 2023 um fast zwei Prozentpunkte auf 9,16 Prozent, wie das Analysehaus Barkow Consulting ermittelte.
Das sei der höchste Stand seit mehr als sieben Jahren und der stärkste Jahresanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000, so Barkow Consulting. Dispozinsen fallen an, wenn Kundinnen und Kunden ihr Girokonto überziehen, jedoch im vereinbarten Disporahmen bleiben.
Die Entwicklung der Tagesgeldzinsen hinkt dem weit hinterher. Die volumengewichteten Tagesgeldzinsen zogen nur um 0,3 Prozentpunkte auf 0,27 Prozent an. Das zeigt der Rendite-Radar des digitalen Vermögensverwalters Whitebox.
Ende Januar 2022 hatte der entsprechende Wert für Tagesgeldzinsen also leicht im Minus gelegen. Damals hatten viele Kreditinstitute noch Verwahrentgelte auf höhere Einlagesummen berechnet, oft ab 100.000 oder 500.000 Euro, teils aber auch schon ab 10.000 Euro.