Investmentbanking: Banker erwarten mehr M&A-Deals nach dem Sommer
Das Interesse zwischen den USA und Deutschland besteht beidseitig. Auf dem jeweils anderen Markt wird Ausschau gehalten nach interessanten Übernahmekandidaten.
Foto: ReutersFrankfurt. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt erwarten Investmentbanker für die zweite Jahreshälfte eine spürbare Belebung im Markt für Fusionen und Übernahmen. „In den letzten Wochen wurden viele Beratungsmandate an Investmentbanken vergeben, was auf eine vermehrte Transaktionstätigkeit im dritten und vierten Quartal hindeutet“, sagt Holger Knittel von der Investmentbank Citi. Ähnlich äußerten sich zahlreiche andere Banker. Die M&A Experten gehen aber nicht davon aus, dass sie an die Rekorde der Jahre 2020 und 2021 anknüpfen können – zu sehr drücken geopolitische Unsicherheiten, konjunkturelle Schwäche sowie gestiegene Zinsen auf die Stimmung.
„Der Tiefpunkt war im Januar und Februar, seit dem zweiten Quartal sehen wir bereits etwas höhere M&A-Volumina. Aber natürlich bewegen wir uns weiter in einem fragilen Umfeld, Transaktionen brauchen länger und haben ein höheres Umsetzungsrisiko“, sagte Christopher Droege, Co-Chef des deutschen M&A-Geschäfts von Goldman Sachs.
Im Fokus von deutschen Firmen dürften nach Einschätzung von M&A-Beratern verstärkt US-Unternehmen stehen. Zum einen können deutsche Firmen so innovative Technologien zukaufen, aber auch die wirtschaftliche Dynamik sei dort stärker. Mit dem Klimaschutzprogramm IRA stünden zudem Milliarden an Subventionen bereit.