Investmentbanking: Banken streichen Tausende Jobs, vor allem an der Wall Street
Die an der Wall Street ansässigen US-Großbanken planen massive Stellenstreichungen.
Foto: BloombergNew York, Frankfurt. In der Pandemie konnten die großen Finanzhäuser gar nicht genügend Banker einstellen. Nun müssen sie sich im großen Stil von Mitarbeitern trennen. Inzwischen summieren sich die angekündigten Stellenstreichungen auf 12.000.
Personalberater erwarten, dass am Ende bis zu 15.000 Mitarbeiter bei den großen US-Banken ihren Job verlieren könnten. Damit ist der Arbeitsmarkt für Banker nach den Boom-Jahren so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr.
Die jüngste schlechte Nachricht kam vor wenigen Tagen von der Citigroup. Das Geldhaus kündigte an, sich bis Ende Juni von 5000 Mitarbeitern zu trennen, vor allem im Investmentbanking und im Handel. Finanzchef Mark Mason begründete die Sparmaßnahmen mit dem schwachen Geschäft, aber auch mit dem technologischen Fortschritt, der es der Bank erlaube, mit weniger Mitarbeitern auszukommen. Zuvor haben bereits Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Bank of America Kündigungswellen bekannt gegeben.
Die Finanzhäuser passen sich den neuen Realitäten an. Auf der einen Seite suchen sie Experten für Künstliche Intelligenz (KI), um von den Innovationen und Effizienzgewinnen profitieren zu können, die die neue Technologie mit sich bringt. Auf der anderen Seite trennen sie sich von Tradern und Investmentbankern, weil die Flaute im Kapitalmarktgeschäft länger anhält als zunächst gedacht.