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Konzernumbau Commerzbank-Privatkundenchef Michael Mandel wirft hin

Der Manager stand wegen seines Festhaltens an einem großen Filialnetz in der Kritik. Weil ihm der Rückhalt im Aufsichtsrat fehlte, scheidet er nun aus.
17.09.2020 - 11:25 Uhr Kommentieren
Mandel fungierte seit 2016 als Privatkundenvorstand. Quelle: dpa
Michael Mandel

Mandel fungierte seit 2016 als Privatkundenvorstand.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Strategiesitzung von Vorstand und Aufsichtsrat in der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt hat am Donnerstagmorgen mit einem Rücktritt begonnen. Privatkundenchef Michael Mandel kündigte seinen Abschied an und begründete dies mit fehlendem Rückhalt bei Arbeitnehmer- und Kapitalvertretern im Aufsichtsrat.

„Mein Eindruck ist, dass sich die Mehrheit des Aufsichtsrats eine personelle Veränderung wünschte“, erklärte Mandel in einem Interview im Intranet der Commerzbank, das dem Handelsblatt vorliegt. „Deshalb bin ich dann meinerseits auf den Aufsichtsratsvorsitzenden zugegangen und habe ihm eine einvernehmliche Beendigung meines Vertrags angeboten.“

Der Aufsichtsrat nahm dieses Angebot umgehend an, Mandel wird somit Ende September ausscheiden. Ab Oktober übernimmt dann Sabine Schmittroth im Vorstand zusätzlich zu ihrer Funktion als Arbeitsdirektorin interimistisch die Verantwortung für das Privatkundengeschäft. Da sie in dem Segment selbst lange gearbeitet hat, halten dies intern viele für eine gute Lösung.

Mandel stand bei der Commerzbank schon länger in der Kritik, weil er sich stets für ein großes Filialnetz starkgemacht hatte. Im Zuge des anstehenden Umbaus will das Institut ihr Filialnetz jedoch deutlich ausdünnen. 800 der aktuell 1000 Geschäftsstellen sollen geschlossen werden. Zudem soll es 300 bis 400 sogenannte Service Points geben, in denen nur wenige Mitarbeiter arbeiten.

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    Sowohl im Aufsichtsrat als auch bei Investoren gab es große Zweifel, ob Mandel der Richtige ist, um den neuen Kurs umzusetzen. „Ihm fehlt die Glaubwürdigkeit, den Umbau voranzutreiben, schließlich hat er in den vergangenen Jahren eine komplett andere Strategie vertreten“, sagte ein Großaktionär.

    „Die neue Strategie ist eine radikale Kehrtwende und geht über alles Bisherige weit hinaus“, erklärte Mandel im Intranet. Für eine so große Veränderung brauche es den bedingungslosen Rückhalt aller wichtiger Stakeholder. „Ich habe den Eindruck, dass ich den nicht mehr habe und es deshalb für die Bank besser sein könnte, wenn diese Aufgabe jemand anders übernimmt.“

    Innerhalb des Geldhauses können sich einige Vorstellen, dass Schmittroth das Privatkundengeschäft auch dauerhaft leitet. Als weitere Kandidat für die Nachfolge von Mandel gilt Arno Walter. Der langjährige Chef der Onlinetochter Comdirect war Anfang des Jahres zurück zur Commerzbank gewechselt und bereitet dort die bevorstehende Verschmelzung beider Institute vor.

    CEO-Frage weiter ungeklärt

    Mandel hat in Münster BWL studiert und anschließend viele Jahre für die Dresdner Bank gearbeitet. Nach einem kurzen Abstecher zur Beratungsgesellschaft McKinsey wechselte der Vater von zwei Töchtern 2002 zur Commerzbank. Ab 2010 richtete er als Bereichsvorstand das Privatkundengeschäft neu aus, 2016 wurde er Privatvorstand – als Nachfolger des bald ausscheidenden Vorstandschefs Martin Zielke.

    Die Privatkundensparte hat sich unter Mandel vom Sorgenkind zu einem soliden Ertragsbringer der Bank entwickelt. „Er hat einen maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des Segmentes in den letzten Jahren“, erklärte Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter. „Dafür gebührt ihm Dank und unser aller Respekt.“

    Mandel selbst verteidigte im Intranet seinen bisherigen Kurs. „Fakt ist, mit unserem Filialnetz haben wir in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Teil unseres Wachstums geholt“, erklärte er. „Wir verzeichnen im Segment stabile Erträge und sind profitabel.“

    Mittlereile hat sich jedoch auch bei der Commerzbank die Ansicht durchgesetzt, dass sich die Bank ein so umfangreiches Filialnetz nicht mehr leisten kann. Hinzu kommt die Erwartung, dass Kunden infolge der Coronakrise noch stärker digitale Angebote nutzen werden.

    Die Commerzbank will deshalb künftig noch stärker auf digitale Angebote setzen. Impulse erhofft sich das Institut dabei von der anstehenden Integration seiner Onlinetochter Comdirect. Deren Chefin Frauke Hegemann hat am Mittwoch jedoch ihren Abschied bekanntgegeben.

    Anfang Juli hatten bereits Commerzbank-Chefkontrolleur Stefan Schmittmann und CEO Zielke ihren Rückzug angekündigt. Ein Nachfolger für Zielke ist bisher noch nicht gefunden.

    Intern werden Firmenkundenchef Roland Boekhout und Finanzchefin Bettina Orlopp die besten Chancen auf seine Nachfolge eingeräumt. Das Institut sieht sich mithilfe der Headhunterin Christina Virzí jedoch auch nach externen Kandidaten um.

    Mehr: Rückschlag für die Commerzbank: Comdirect-Chefin Hegemann tritt ab

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