Landesbank: „Es hat richtig gekracht“ – Eigentümerstreit blockiert NordLB
Das Land Niedersachsen und die bundesweiten Sparkassen ringen um den künftigen Kurs der Hannoveraner Landesbank. Das Land ist der größte Eigentümer, aber auch die Sparkassen hatten Geld zur Rettung der Bank 2019 beigetragen.
Foto: Ulrich Baumgarten / vario imagesFrankfurt. Gut drei Jahre nach der Rettung der Norddeutschen Landesbank (NordLB) tobt zwischen den Eigentümern ein heftiger Streit über die Zukunft des Hannoveraner Geldhauses. Die bundesdeutschen Sparkassen, die seit der Rettung mit rund 24 Prozent an der NordLB beteiligt sind, sehen den Ausbau des Geschäfts 2022 und die Wachstumspläne für die kommenden Jahre kritisch, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Sie werfen der NordLB vor, sich nicht an die Ende 2019 vereinbarten Vorgaben zu halten und im Neugeschäft zu große Risiken einzugehen.
Das Land Niedersachsen, mit 57,5 Prozent größter Anteilseigner, und die Bank selbst weisen die Vorwürfe zurück. Sie wiederum beklagen Insidern zufolge, die bundesdeutschen Sparkassen würden nachträglich Absprachen infrage stellen: beispielsweise das Engagement der NordLB beim Ausbau erneuerbarer Energien. Aus ihrer Sicht muss die Bank wachsen und sich weiterentwickeln, um dauerhaft bestehen zu können.
Bei der Landesbank stehen wichtige Entscheidungen an. Das Institut mit Jörg Frischholz an der Spitze will eine neue Banksteuerung einführen, die viel Geld kostet. Mit der Banksteuerung überwachen Institute ihre Geschäfte und Risiken. Ein Beschluss darüber ist aus Sicht von Beteiligten eng verknüpft mit einer Entscheidung über die Planungen für die kommenden Jahre. Die NordLB müsse schließlich wachsen und profitabler werden, um sich eine teure Banksteuerung überhaupt leisten zu können.