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Monatsbericht Bundesbank erwartet 2022 Tiefpunkt bei der Sparquote

In der Corona-Pandemie haben die Haushalte besonders viel gespart. Die Notenbank erwartet, dass sie dafür im nächsten Jahr besonders viel Geld ausgeben.
21.06.2021 Update: 21.06.2021 - 17:04 Uhr Kommentieren
Die Sparquote in Deutschland war wegen der Corona-Beschränkungen im ersten Quartal 2021 auf den Rekordwert von 23,2 Prozent gestiegen. Quelle: imago images/Gerhard Leber
Sparschwein

Die Sparquote in Deutschland war wegen der Corona-Beschränkungen im ersten Quartal 2021 auf den Rekordwert von 23,2 Prozent gestiegen.

(Foto: imago images/Gerhard Leber)

Frankfurt Die auf Rekordniveau gestiegene Sparquote wird laut der Bundesbank nach der Pandemie wegen Nachholeffekten beim Konsum deutlich zurückgehen und sich schließlich auf dem Vorkrisenniveau einpendeln. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Notenbank hervor.

Die Sparquote in Deutschland war wegen der Corona-Beschränkungen im ersten Quartal 2021 auf den Rekordwert von 23,2 Prozent gestiegen. Die Bundesbank erwartet, dass viele Haushalte einen Teil ihrer in der Corona-Zeit unfreiwillig gebildeten Ersparnisse verwenden werden, um den entgangenen Konsum nachzuholen. Den Prognosen zufolge wird die Sparquote daher im nächsten Jahr unter das Vorkrisenniveau sinken und Ende 2022 ihren Tiefpunkt erreichen. Danach soll sie wieder in Richtung des Vorkrisenniveaus steigen.

In welchem Umfang der entgangene Konsum nachgeholt wird, ist aber ungewiss. Viele Leute können schließlich nicht einfach doppelt so oft in den Urlaub fahren oder in Restaurants gehen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte jüngst in einem Interview mit dem Handelsblatt darauf hingewiesen, dass es hier im Euroraum auch von Land zu Land Unterschiede geben könne. Aus ihren Befragungen wisse die Bundesbank, dass in Deutschland viele Haushalte das zusätzlich Angesparte zum Teil wieder ausgeben wollten. „In Italien zum Beispiel ist das anders. Dort scheint die Bevölkerung zurückhaltender zu sein,“ sagte Weidmann.

Laut den ebenfalls im Monatsbericht der Bundesbank veröffentlichten Ergebnissen einer Online-Befragung deutscher Haushalte vom März gab die Hälfte der 2402 Teilnehmer an, in den vorangegangenen zwölf Monaten am Monatsende im Durchschnitt mehr Geld übriggehabt zu haben als vor der Pandemie. Hauptgrund waren eingeschränkte Konsummöglichkeiten – etwa wegen angeordneter Geschäftsschließungen oder Reisebeschränkungen. Die Erkenntnisse der Befragung legen demnach einen engen Zusammenhang zwischen dem Pandemiegeschehen und der Sparquote nahe.

Konsum als wichtigster Treiber des Aufschwungs in Deutschland

Die Bundesbank geht in ihren Berechnungen zur Wachstums- und Inflationsentwicklung davon aus, dass die Haushalte etwa ein Viertel ihres wegen der Pandemie ausgefallenen Konsums in den Jahren bis 2025 nachholen. Über welchen Zeitraum sich der nachholende Konsum streckt, hängt laut der Experten der Notenbank auch vom Einkommen der Haushalte ab. Bei höheren Einkommen sei eher damit zu rechnen, dass zusätzliche Ausgaben – zum Beispiel für Urlaubsreisen – auf eine längere Zeitspanne verteilt werden.

Nahezu 70 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer planen, nach der Pandemie langfristig einen ähnlichen Anteil ihres Einkommens für Konsumausgaben aufzuwenden wie vor der Pandemie.

Kurzfristig geht die Bundesbank davon aus, dass der private Konsum zum wichtigsten Treiber des Aufschwungs in Deutschland wird. Ihre Ökonomen erwarten, dass sich das starke Wirtschaftswachstum nach dem Corona-Tiefschlag erst im Jahr 2023 abschwächen wird. Vor allem der private Konsum werde weiterhin „außerordentlich kräftig“ zulegen: „Er bleibt die maßgebliche Triebfeder des starken Aufschwungs.“

Mehr: Analysten erwarten ersten Zinsschritt im Jahr 2024

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