Neobank: N26 zieht sich vom brasilianischen Markt zurück
Frankfurt. Es ist ein Rückschlag für N26. Die Neobank kündigte am Dienstag „das Ende ihres Produkttests in Brasilien und ihren Rückzug aus dem brasilianischen Markt“ an. „Die Entscheidung folgt der Strategie von N26, sich auf seine europäischen Kernmärkte zu konzentrieren“, teilte das Unternehmen mit.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich N26 aus einem Auslandsmarkt zurückzieht. Nach dem Brexit stellte das Unternehmen seine Aktivitäten in Großbritannien ein, später folgte auch der Rückzug aus dem US-Markt. Vor wenigen Monaten kamen dann erste Berichte über Probleme der Neobank in Brasilien.
Am Markteintritt in Brasilien hatte N26 seit 2019 gearbeitet. „Ausgewählten“ Testerinnen und Testern hatte N26 nach eigenen Angaben erstmals im November 2021 „eine frühe Version des brasilianischen N26 Produkts“ zur Verfügung gestellt. „Einer breiteren Öffentlichkeit wurde das Produkt im Rahmen der Testphase nicht angeboten“, so das Unternehmen.
Aus diesem Grund gibt es nun auch nicht sehr viele Konten, die N26 wieder schließen muss. Innerhalb der nächsten zwei Monate sollen bestehende Konten in Brasilien geschlossen werden. Den betroffenen Beschäftigten bot N26 an, sich auf offene Stellen in Europa zu bewerben.
Neue Konkurrenten in Brasilien
Noch im vergangenen Jahr hatte N26 seine Brasilien-Pläne forciert und angekündigt, hunderte neue Stellen in São Paulo schaffen zu wollen. Damals sprach die Smartphonebank von „einer erweiterten Testphase“. Allerdings musste N26 in Brasilien mit der Neobank Nubank konkurrieren, die sich über einen Börsengang frisches Kapital beschafft hatte.
Auch in Europa hat N26 mit Problemen zu kämpfen. Noch immer gilt für das Fintech eine von der Finanzaufsicht Bafin verhängte Wachstumsbremse von 50.000 Neukunden im Monat. Das Unternehmen hofft, dass diese Deckelung in absehbarer Zeit auf 60.000 Kunden angehoben werden könnte, wie die beiden N26-Gründer und Co-Chefs Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf in einer E-Mail Ende Oktober an Investoren schrieben.
Der Zeitpunkt für diese Mitteilung war allerdings ungewöhnlich früh. Denn die Bafin hatte zumindest damals noch nicht final darüber entschieden. Eine offizielle Ankündigung, dass sich das geändert hat, gibt es bislang nicht.