Neuer Co-Divisionsleiter: Iqbal Khan baut Vermögensverwaltung der UBS um
Der neue Co-Bereichs-Chef führt Änderungen ein, die er bereits in vergleichbarer Position bei Credit Suisse angestoßen hatte.
Foto: ReutersZürich. Drei Monate hat sich Iqbal Khan Zeit genommen, jetzt schafft der Neue in der Vermögensverwaltung der Schweizer Großbank UBS Fakten: Gemeinsam mit Co-Chef Tom Naratil stellte Khan am Dienstag den Mitarbeitern die Pläne für den Umbau der UBS-Vermögensverwaltungssparte vor.
Khan und Naratil teilen das Geschäft in Europa und Nahost neu auf, organisieren die Betreuung reicher Kunden neu und wollen die Zusammenarbeit von Vermögensverwaltung und Investmentbank stärken. Das soll für mehr Wachstum und mehr Effizienz sorgen.
Im Zuge des Umbaus werden bis zu drei Management-Ebenen gestrichen, heißt es in einem internen Memo, das dem Handelsblatt vorliegt. Konkrete Finanz- oder Jobabbauziele werden darin aber nicht genannt. Laut Informationen aus Finanzkreisen sollen im Zuge des Umbaus rund 500 Jobs wegfallen, was etwa zwei Prozent der Beschäftigten in der Sparte entspräche. Die Bank wollte diese Zahlen nicht kommentieren.
Der Kern des Pakets ist die Neuorganisation der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Bislang wurde das gesamte Geschäft von der Managerin Christine Novakovic geführt. Nun wird die Region in die drei Einheiten aufgeteilt: Novakovic behält die Zuständigkeit für die Europabank der UBS. Das Geschäft in Zentral- und Osteuropa soll die Managerin Caroline Kuhnert leiten, den Nahen Osten und Afrika übernimmt Ali Janoudi. Dieser war bereits zuvor für den Nahen Osten zuständig, sein Posten wird aber aufgewertet.
Zentral- und Osteuropa sowie Afrika gelten als Wachstumsmärkte. Hier will die Bank die verwalteten Vermögen verdoppeln. In der EU gelten die Pfründe dagegen weitgehend als verteilt. Europa-Chefin Christine Novakovic steht damit vor keiner leichten Aufgabe, zumal sie durch den Umbau einen Teil ihres geographischen Machtbereichs verliert. In Finanzkreisen heißt es, dass die Managerin künftig trotzdem die Verantwortung für mehr Assets und Mitarbeiter tragen werde. Novakovic stehe hinter der Entscheidung.
Schon im Dezember war publik geworden, dass das bisher separat geführte Geschäft mit Superreichen, den so genannten Ultra-High-Net-Worth-Kunden, künftig aufgeteilt wird. Kunden mit komplexen Bedürfnissen sollen von einer „Global-Familiy-Office“-Sparte betreut werden, die von Joe Stadler geleitet wird. Andere superreiche Kunden werden nun den einzelnen Regionen der Vermögensverwaltung zugeschlagen.
Mehr Kredite für reiche Kunden
Hinter den Kulissen kommt es aber noch zu weiteren Veränderungen. So werden der Bereich „Investment Products and Solutions“ und die Global-Markets-Vertriebsdivision zu einer globalen Sparte vereint, die Kunden besseren Zugang zu Produkten aus Vermögensverwaltung und Investmentbank bieten soll.
Khan, der am 1. Oktober bei der UBS begann, führt zudem weitere Änderungen ein, die er bereits in vergleichbarer Position bei Credit Suisse angestoßen hatte. So will die UBS mehr Kredite an reiche Kunden vergeben. Entsprechende Kredite werden in einem separaten Risikobuch der Investmentbank geführt, was für mehr Tempo sorgen soll.
Der Schritt kommt nicht überraschend, bereits im Vorfeld hatte Khan angekündigt, dass er sich von der Kreditvergabe an reiche Kunden „schnelle Siege“ erhofft. An der Börse kamen die Umbaupläne gut an: Bis zum Mittag legte der Kurs der UBS-Aktien um rund 2,2 Prozent zu.
Die Schweizer Großbank ist der weltweit größte Verwalter von Privatvermögen. Beim Wachstum in der Vermögensverwaltung hinkte die Bank dem Erzrivalen Credit Suisse zuletzt aber hinterher. Khan soll nun für neuen Schwung sorgen. Er gilt als potenzieller Nachfolger für die Nachfolge von UBS-Chef Sergio Ermotti.
Khans Wechsel von der Credit Suisse war von einer Überwachungsaffäre überschattet worden: Privatdetektive hatten dem Banker im Auftrag der Bank aufgelauert, die Credit Suisse leitete eine Untersuchung ein und trennte sich von hochrangigen Mitarbeitern.
Mit Agenturmaterial