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Quartalszahlen Der Corona-Boom bei der Deutschen Börse ist vorbei: Gewinn geht um elf Prozent zurück

Die Niedrigzinsen und geringere Ausschläge an den Märkten setzen Deutschlands größtem Börsenbetreiber zu. Für die Anteilseigner wird nun vor allem der 18. November spannend.
28.10.2020 Update: 28.10.2020 - 20:17 Uhr Kommentieren
Der Verkauf von Wirecard-Anteilen ist ab dem 15. November deutlich erschwert. Quelle: dpa
Hauptsitz der Deutschen Börse in Eschborn

Der Verkauf von Wirecard-Anteilen ist ab dem 15. November deutlich erschwert.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Coronakrise hat bei der Deutschen Börse im ersten Halbjahr noch die Kassen klingeln lassen, doch damit scheint es für dien Frankfurter Dax-Konzern erstmal vorbei zu sein: Im dritten Quartal sanken die Nettoerlöse um vier Prozent auf 708 Millionen Euro. Damit schnitt Deutschlands größter Börsenbetreiber etwas schlechter ab als von Analysten erwartet. Der bereinigte Gewinn, der den Anteilseignern der Deutschen Börse zuzurechnen ist, sank um elf Prozent auf 253 Millionen Euro.

Verantwortlich dafür waren vor allem die geringen Ausschläge an den Märkten sowie die Zurückhaltung der Investoren an der Energiebörse EEX und der Derivatebörse Eurex. Im Vorjahresquartal hatte der Streit zwischen den USA und China für eine höhere Handelsaktivität gesorgt.

Darüber hinaus setzen der Deutschen Börse die weltweiten Niedrigzinsen zunehmend zu. Die Wertpapierverwahrtochter Clearstream verdiente deshalb mit den Bareinlagen ihrer Kunden weniger. Zudem ging der Handel mit Zinsderivaten zurück, weil Unternehmen und Investoren aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen weniger Bedarf haben, Zinsrisiken abzusichern.

„Im dritten Quartal wirkte sich die zyklische Entwicklung spürbar negativ auf unsere Nettoerlöse aus“, sagte Finanzchef Gregor Pottmeyer. „Erfreulich ist aber, dass die Deutsche Börse in diesem Marktumfeld erneut strukturell bedingtes Nettoerlöswachstum erzielen konnte.“

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    Für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen seine Prognose und geht weiter von einem Anstieg des bereinigten Konzerngewinns um 8,5 Prozent auf 1,20 Milliarden Euro aus.

    In der Quartalmitteilung heißt es allerdings einschränkend: „Eine der Voraussetzungen für die Erreichung der Prognose ist, dass sich die Aktivität an den Märkten im vierten Quartal wieder etwas erhöht.“ Die meisten Analysten rechnen im Schlussquartal wieder mit steigenden Ausschlägen an den Märkten – unter anderem wegen der anstehen US-Präsidentenwahlen und den Brexit-Verhandlungen.

    Übernahmen im Visier

    Für die Anteilseigner der Deutschen Börse ist vor allem der 18. November von Bedeutung. An diesem Tag will Vorstandschef Theodor Weimer die Strategie des Unternehmens bis ins Jahr 2023 vorstellen.

    Weimer hat die Deutsche Börse nach der gescheiterten Fusion mit der Londoner Börse und dem vorzeitigen Rückzug von Ex-Chef Carsten Kengeter in den vergangenen drei Jahren wieder in ruhigeres Fahrwasser gesteuert. Sein Ziel, den Rückstand auf die wertvollsten Börsenbetreiber durch große Übernahmen zu verkürzen, hat er bisher jedoch nicht erreicht.

    Nach der geplatzten Übernahme der Devisenhandelsplattform FXall 2019 hat Weimer kürzlich auch im Bieterwettstreit um die Mailänder Börse das Nachsehen. Die Borsa Italiana geht für 4,3 Milliarden Euro an die französische Mehrländerbörse Euronext.

    Der ehemalige Investmentbanker hat jedoch bereits deutlich gemacht, dass er weiter Ausschau nach Zukäufen halten will. Sie sollen – neben weiterem Wachstum aus eigener Kraft – auch bei der Strategie „Compass 2023“ eine wichtige Rolle spielen.

    Bisher sieht sich die Deutsche Börse schwerpunktmäßig in fünf Bereichen nach Zukaufmöglichkeiten um: im Datengeschäft, im Handel mit Währungen und Rohstoffen, im Fondsservicegeschäft und im Anleihehandel.

    Die Analysten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass die Deutsche Börse an diesem Fokus wenig ändert, aber die finanziellen Kriterien für Zukäufe lockert. Bisher peilt das Unternehmen bei Zukäufen nach drei bis fünf Jahren eine Rendite (return on invested capital, ROIC) von mehr als zehn Prozent an. Zudem sollen Zukäufe nach einem bis drei Jahren positiv zum Ergebnis des Konzerns beitragen.

    Am wahrscheinlichsten halten mehrere Analysten eine Übernahme im Fondsservicegeschäft. Die Deutsche Börse hat in diesem Segment zuletzt bereits zwei größere Zukäufe gestemmt. 2018 übernahm sie von der Zürcher Kantonalbank die Fondsplattform Swisscanto. Anfang 2020 kaufte der Dax-Konzern dann 51 Prozent der Fondsvertriebsplattform der Schweizer Großbank UBS – mit der Option, sich die verbliebenen 49 Prozent in zwei Jahren auch noch einzuverleiben.

    Mehr: Deutsche Börse verliert im Bieterwettstreit um Mailänder Börse.

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