Reaktion auf Ukraine-Krieg: Goldman Sachs gibt Russland-Geschäft auf – JP Morgan zieht nach
Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge hatte die US-Bank Ende 2021 Kredite in Höhe von rund 650 Millionen Dollar in Russland ausstehen.
Foto: ReutersNew York. Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs will als Antwort auf den Angriff in der Ukraine ihr Geschäft in Russland schließen. Das teilte das Geldhaus am Donnerstagnachmittag mit.
Goldman ist die erste US-Bank, die einen solchen Schritt geht. Am Donnerstagabend erklärte auch Branchenprimus JP Morgan seinen Rückzug. Zuvor hatten bereits US-Ketten wie McDonald’s und Starbucks bekannt gegeben, dass sie ihre Filialen vorübergehend schließen. Das Gleiche für die Produktionsstätten von Pepsico und Coca-Cola.
Angesichts der Sanktionen gegen Russland wird es auch für Finanzhäuser immer schwieriger, dort zu operieren. Anders als Industrieunternehmen oder auch Fastfood-Ketten haben Banken keine Fabriken und nur wenige Filialen, die theoretisch beschlagnahmt werden können. Das macht den Ausstieg etwas einfacher.
„Goldman wickelt sein Geschäft in Russland ab, in Übereinstimmung mit den regulatorischen und Lizenz-Anforderungen“, schrieb die Bank in einer Mitteilung. „Wir fokussieren uns darauf, unsere Kunden rund um die Welt dabei zu unterstützen, ihre bereits existierenden Verpflichtungen in dem Markt zu schließen und das Wohlergehen unserer Leute sicherzustellen.“
Goldman hatte bereits vor einigen Tagen damit begonnen, einige seiner Mitarbeiter in Moskau nach Dubai zu verlegen. Die Bank ist nach eigenen Angaben seit 1998 in Russland vertreten
Geringer Einfluss aufs Geschäft
Auch nach der Invasion der Krim hatte Goldman Sachs weiterhin eine kleine Präsenz in Russland aufrechterhalten. Allerdings macht das dortige Geschäft nur einen sehr geringen Teil der Bilanz aus. Ende 2021 hatte Goldman Sachs in Russland Kredite in Höhe von 650 Millionen Dollar vergeben, den größten Teil an nicht staatliche Kunden.
Die US-Investmentbank Citigroup hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, einen Käufer für ihr Russland-Geschäft zu suchen. Das ist allerdings bislang noch nicht geschehen. Am Mittwoch nun gab Citi bekannt, ihre Präsenz in Russland zu überprüfen. Unter den Wall-Street-Banken hat Citi die größte Präsenz in Russland. Das Unternehmen will nun das Privatkundengeschäft zurückfahren und operiert jetzt nach eigenen Angaben „auf einer begrenzteren Grundlage angesichts der Umstände und Verpflichtungen“. Insgesamt haben US-Banken laut der Bank of International Settlements in Russland Kredite im Umfang von 14,7 Milliarden Dollar ausstehen.