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  5. Die Sonderprüfung der Bafin zeigt, dass Grenke weder Geldwäsche betrieben noch Kunden betrogen hat. Um Betriebsgeheimnisse zu wahren, soll den Bericht nicht veröffentlicht werden.

SonderprüfungGrenke will Bafin-Abschlussbericht nicht veröffentlichen

Der Abschlussbericht zeigt: Grenke hat weder Geldwäsche betrieben noch Kunden betrogen. Was bleibt ist die Aufforderung der Bafin, interne Kontrollen zu verbessern. 30.06.2021 - 10:28 Uhr Artikel anhören

Der Finanzdienstleister geriet im September nach der Attacke des britischen Leerverkäufers Fraser Perring an der Börse massiv unter Druck.

Foto: dpa

Frankfurt, Baden-Baden. Der Leasingspezialist Grenke will den Abschlussbericht der Finanzaufsicht Bafin zur Sonderprüfung durch die Behörde nicht veröffentlichen. „In dem sehr umfänglichen Bericht der von der Bafin beauftragten Wirtschaftsprüfungskanzlei Mazars werden Kundenklarnamen genannt und detailliert aufgezeigt, mit welchen Scoring-Prozessen wir Kunden prüfen“, sagte Aufsichtsratschef Ernst-Moritz Lipp der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). „Es ist nicht nur legitim, dass wir Wettbewerbern nicht Geheimnisse unseres Geschäftsmodells verraten, sondern wir sind auch gegenüber unseren Aktionären dazu verpflichtet.“

Grenke hatte ein Zwischenergebnis der Sonderprüfung bereits im Februar veröffentlicht und sah sich da schon großteils entlastet. Die meisten Vorwürfe, denen sich der Konzern seit vergangenem Herbst ausgesetzt sah, seien „absolut haltlos“, sagte Lipp nun. Die Aufarbeitung der Betrugsvorwürfe habe ergeben, dass der Konzern weder Geldwäsche betrieben habe noch Kunden und Händler betrogen habe. „Geblieben ist die Aufforderung der Finanzaufsicht Bafin, unsere internen Kontrollen und die Qualität unserer Prozesse zu verbessern.“

Der Leerverkäufer und Börsenspekulant Fraser Perring hatte Grenke mit seinem Hedgefonds Viceroy vorgeworfen, die Bilanzen zu schönen und unter anderem mit dem Konstrukt von Franchise-Unternehmen im Ausland die Anleger zu täuschen. Grenke hatte mehrere eigene Prüfungen anberaumt und auch eine Sonderprüfung der Bafin über sich ergehen lassen müssen, bei der Probleme mit der Regeltreue zutage traten. Der Wirtschaftsprüfer KPMG erteilte dem Unternehmen Mitte Mai schließlich nach monatelangen Prüfarbeiten ein uneingeschränktes Testat.

Mit neuem Personal auch im Aufsichtsrat will das Unternehmen nun Vertrauen zurückgewinnen. Laut Mitteilung vom Dienstag besetzt das Aufsichtsgremium zur Hauptversammlung am 29. Juli gleich mehrere Posten neu. Unter anderem verlässt Unternehmensgründer Wolfgang Grenke das Kontrollorgan

Den Krisenmodus will das Unternehmen hinter sich lassen. „Wir müssen uns jetzt vor allem um das Neugeschäft kümmern“, sagte Chefkontrolleur Ernst-Moritz Lipp der FAZ. Ziel sei es, an den Kapitalmarkt zurückzukehren und Kredite aufzunehmen. „Nur so können wir schnell wieder wachsen – möglichst zweistellig wie bisher.“

Er gehe auch davon aus, dass die Aktionäre bei der Hauptversammlung Ende Juli die Rückkehr zu den Wachstumsplänen gutheißen würden. „Natürlich wird es nach so einer schwierigen Phase des Unternehmens viele Fragen geben. Aber wir sind jetzt – fast ein Jahr später – wieder sehr gut aufgestellt.“

rtr, dpa
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