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SpitzeninstitutWestfälische Sparkassen wollen einen Zusammenschluss von Deka und Helaba

Verbandschefin Liane Buchholz sieht darin einen wichtigen Schritt für die Schaffung eines Spitzeninstituts. Diese lasse sich aber nicht übers Knie brechen.Elisabeth Atzler 17.02.2020 - 15:27 Uhr aktualisiert

Die Debatte um eine Konsolidierung unter den Landesbanken besteht schon lange.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Liane Buchholz, steht hinter einem Zusammengehen von Dekabank und Helaba. Die Schaffung eines Spitzeninstituts für die deutschen Sparkassen lasse sich nicht übers Knie brechen. „Mit einem Zusammenschluss von Helaba und Deka wären wir aber auf dem richtigen Weg“, sagte Buchholz am Montag.

„Wenn es zu einer Fusion von Helaba und Dekabank käme, hätten wir in der Sparkassen-Finanzgruppe bereits eine klare neue Nummer eins. Das wäre ein erster wichtiger Schritt für die Schaffung eines Spitzeninstituts“, sagte die Verbandschefin weiter.

Buchholz verwies auf die Genossenschaftsbanken, die mit einem einzigen Spitzeninstitut, der DZ Bank, auskommen. „Die Volks- und Raiffeisenbanken haben diesbezüglich in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht. Als Sparkassenfamilie haben wir Nachholbedarf“, sagte sie.

Derzeit sprechen die Vorstände des Sparkassen-Fondsdienstleisters Deka und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die beide in Frankfurt sitzen, über eine engere Kooperation bis hin zu einer Verschmelzung. Die Anteilseigner der Deka, die regionalen Sparkassenverbände, haben dabei vergangene Woche beschlossen, dass sie erst ein Zielbild für eine einzige Sparkassen-Zentralbank ausarbeiten wollen.

„Als Sparkassenfamilie haben wir Nachholbedarf.“

Foto: Handelsblatt

Dabei soll es darum gehen, wie genau ein Spitzeninstitut für die Sparkassen aussehen und welche Aufgabe es erfüllen soll. Auf der Basis eines solchen Zielbildes soll dann über ein Zusammengehen von Deka und Helaba entschieden werden. Neben der Helaba gibt es derzeit noch drei große Landesbanken: die BayernLB aus München, die LBBW aus Stuttgart und die NordLB aus Hannover.

Vorbehalte gegenüber Zusammenschluss

Die Debatte um eine Konsolidierung unter den Landesbanken ist bereits seit fast anderthalb Jahren im Gange. Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), schwebt vor, dass sich alle Landesbanken zu einer einzigen Sparkassen-Zentralbank zusammenschließen. Eine Fusion von Deka und Helaba sieht er als Nukleus dafür.

Allerdings haben einige regionale Sparkassenverbände Vorbehalte gegenüber einem Zusammenschluss. Zudem gilt ein solches Zusammengehen als sehr komplex. Buchholz hatte im vergangenen Mai bereits erklärt, wie sie sich eine Sparkassen-Zentralbank vorstellt – und sieht sich durch die Entscheidung der Deka-Eigentümer von vergangener Woche bestätigt.

Ob es zu einer Fusion von Deka und Helaba kommt, „hängt im Wesentlichen davon ab, wie das Zielbild aussieht“, sagte Buchholz dem Handelsblatt. „Wir müssen uns innerhalb des DSGV darauf einigen, was das Spitzeninstitut können soll.“

„Soll das Spitzeninstitut beispielsweise wie die DZ Bank die Mutter aller Verbundunternehmen sein? Oder soll es die Basis sein für neue Geschäftsfelder, wie zum Beispiel Kryptowährungen?“, so Buchholz weiter. Entscheidend ist aus ihrer Sicht, dass das Spitzeninstitut seine Leistungsfähigkeit für die Sparkassen erhöht.

Buchholz zufolge brauchen die Sparkassen ein Spitzeninstitut, das ihr Geschäft ergänzt und unterstützt. Es soll ihrer Ansicht nach unter anderem Zahlungsdienstleister für die Sparkassen sein, das Liquiditätsmanagement übernehmen und gemeinsam mit Sparkassen Kredite mit großen Volumina vergeben.

Viele Sparkassen halten die Konsolidierung im Sektor für wichtig, weil das Umfeld durch Negativzinsen und nötige Investitionen in die Digitalisierung schwierig ist. Das spüren auch die westfälischen Sparkassen.

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Die 58 Kreditinstitute vergaben 2019 zwar deutlich mehr Kredite als im Vorjahr – die Kreditvergabe für den privaten Wohnungsbau legte besonders kräftig zu. Doch das Betriebsergebnis vor Bewertung, also vor Wertberichtungen für Kredite und Wertpapiere sowie Reservebildung, sank leicht auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Buchholz sagte: „Wir stellen uns auf harte Zeiten ein.“

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