Trade Republic: So wirbt der Neobroker mit zwei Prozent Zinsen auf Tagesgeld
Das Unternehmen bietet seinen Kunden Zinsen aufs Tagesgeld.
Foto: dpaFrankfurt. Trade Republic startet ein neues Angebot: Als erster deutscher Neobroker bietet das Unternehmen ab sofort jährlich zwei Prozent Zinsen auf das Geldguthaben der Kunden. Das gaben die Berliner am Mittwochmorgen bekannt.
Mit dem Angebot will das Unternehmen sowohl Bestandskunden halten als auch neue Kunden gewinnen. Für beide Kundengruppen gilt das Angebot bis zu einem Guthaben von 50.000 Euro, eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht. Die Zinserträge werden nach eigenen Angaben monatlich gutgeschrieben.
Bislang hat sich Trade Republic vollständig auf den Handel etwa mit Aktien oder ETFs konzentriert. Nun wirbt das Unternehmen auch um Einlagen der Kunden. Man wolle „die Heimat für das Vermögen der Kunden sein“, sagte Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker. Dazu gehöre zwar zum einen das Anlegen in Aktien und Sparplänen, aber eben auch das Zinsangebot.
Neobroker Trade Republic bietet zwei Prozent Zinsen auf Tagesgeld
Das Unternehmen bekommt derzeit das veränderte Marktumfeld zu spüren. Während Neobroker vom durch Corona ausgelösten Trading-Hype 2020 und 2021 profitierten, hat sich mit dem Börseneinbruch das Anlegerverhalten im vergangenen Jahr jedoch geändert. „Unser Sparplangeschäft wächst weiter, allerdings sind die Handelsvolumina von Aktien zurückgegangen“, sagte Hecker.
Wie hoch die Marge ist, die Trade Republic mit dem neuen Angebot pro Kunde einnimmt, wollte der Neobroker nicht sagen. Eine Sprecherin teilte lediglich mit: „Als Tech-Unternehmen haben wir den Vorteil, dass wir aufgrund des hohen Digitalisierungsgrades geringere Kosten haben.“ Das Unternehmen gebe die eingesparten Kosten an die Kunden weiter, so die Sprecherin.
Trade Republic wirbt künftig um Kundeneinlagen.
Foto: Trade-RepublicRalph Wefer vom Vergleichsportal Verivox lobt den Zinssatz: „Ein Angebot von zwei Prozent Zinsen pro Jahr auf das Geldguthaben (Tagesgeld) zählt zu den Topkonditionen auf dem deutschen Markt.“ Zinsen seien derzeit eines der besten Mittel für Banken, um Neukunden anzuwerben.
Breits über eine Million Kunden bei Trade Republic
Bereits in den vergangenen Monaten haben viele Banken angesichts der Zinserhöhungen der Notenbanken damit begonnen, wieder Zinsen auf Tagesgeld einzuführen. Dazu gehören etwa die ING Deutschland oder auch die Consorsbank.
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Derzeit hat Trade Republic nach eigenen Angaben über eine Million Kunden. Zuletzt sammelte der Neobroker im Juni des vergangenen Jahres 250 Millionen Euro von Investoren ein – und steigerte die Bewertung auf fünf Milliarden Euro.
Kundengelder sind bei dem Unternehmen nach eigenen Angaben durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt. Sie werden von den Partnerbanken Citibank Europe, Deutsche Bank und Solaris verwahrt.
Erstpublikation: 04.01.23, 08:56 Uhr.