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KommentarDie Regierung muss im Bezug auf Start-ups umdenken

Der Bundesfinanzminister will den jungen Unternehmen unter die Arme greifen. Jetzt müssen der Kanzler und die Grünen ihre Bedenken über Bord werfen.Thomas Sigmund 03.01.2023 - 16:16 Uhr Artikel anhören

Ob die Grünen und Olaf Scholz den Start-ups Steine in den Weg legen, ist noch nicht ausgemacht.

Foto: IMAGO / Shotshop

In die Euphorie über den Aufstieg der deutschen Start-up-Szene haben sich längst viele Sorgen gemischt. Mit im Zentrum stand und steht die Reform der Mitarbeiterbeteiligung. Sie entspricht einer Forderung der jungen Unternehmen, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Wer Toptalente nach Deutschland holen will, kann alles gebrauchen, nur eben keine rigide Besteuerung. 

Die Initiative von Bundesfinanzminister Christian Lindner zur steuerlichen Entlastung der Start-up-Unternehmen folgt einer einfachen Wahrheit: Vor dem Verteilen kommt das Erwirtschaften. Das ist viele Jahre in der Politik angesichts voller Kassen in Vergessenheit geraten.

Wenn aber unser Wohlstand von morgen irgendwo erarbeitet werden soll, dann in jungen, disruptiven Firmen, aus denen bestenfalls Einhörner entstehen, also Firmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar.

Man muss sich aber nur ein paar Entwicklungen ansehen, um zu erkennen, wie es um Digital Germany wirklich bestellt ist. Ein Rekordjahr für die Branche wie 2021 ist nicht in Sicht. Der Krieg in Europa, die hohe Inflation und die weltweite Wirtschaftsschwäche sorgen dafür, dass auch die Wagniskapitalgeber vorsichtiger agieren. Die Investoren überlegen es sich dreimal, in welches Geschäftsmodell sie ihr Geld stecken. 

Ob die Grünen und Olaf Scholz den Start-ups Steine in den Weg legen, ist noch nicht ausgemacht. Vor allem der heutige Kanzler verwies in seiner Zeit als Bundesfinanzminister gerne darauf, dass mit der Kapitalbeteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch immer die Gefahr des Missbrauchs verbunden sei.

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Es war von Dumping-Löhnen die Rede, verbunden mit der vagen Aussicht auf Gewinne. Scholz passte auch nicht die steuerliche Extrawurst für die jungen Unternehmen. Irgendwann sei jede Firma eine normale Firma und eben kein Start-up-Unternehmen mehr. Das gelte vor allem für Regeln, nach denen Steuern für Unternehmensbeteiligungen erst nach 20 Jahren fällig werden.

Doch der Kanzler und die Grünen sollten vor allem die Chancen sehen. Ein Blick auf das aktuelle Handelsblatt-Ranking der 100 weltweit nach Börsenwert größten Konzerne reicht doch aus, um umzudenken. Unter den 100 Top-Unternehmen befanden sich zum Jahresende 62 US-amerikanische. 

Deutschland stellt mit SAP auf Rang 91 erstmals nur noch ein Unternehmen unter den Top 100. Siemens schaffte es nicht mehr in das Ranking. Wenn das alles noch nicht reicht, geht es auch eine Nummer kleiner. Der Anteil der Selbstständigen an den Erwerbstätigen hat 2022 in Deutschland erneut einen Tiefstand erreicht. Wenn die Regierung den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern unter die Arme greifen will, dann sollte sie es jetzt tun. 

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