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US-BankenDas ist die Frau für den großen Umbau bei der Citigroup

Jane Fraser ist die erste Vorstandschefin einer großen Wall-Street-Bank. Der Krieg in der Ukraine macht die Lage für die Bankerin noch komplizierter.Astrid Dörner 02.03.2022 - 17:34 Uhr Artikel anhören

Die Bankerin hat tiefe Einblicke in verschiedene Bereiche des Instituts, für das sie seit fast 18 Jahren arbeitet.

Foto: action press

New York. Jane Fraser wirbt bei Investoren um Geduld. Der groß angelegte Umbau der Bank sei „in vollem Gang“, versicherte die Vorstandschefin der Citigroup am Mittwoch. Das Finanzinstitut, das einst teure, globale Ambitionen hatte, müsse nun „moderner, einfacher und effizienter“ werden, betonte Fraser. Doch das brauche Zeit.

Seit einem Jahr ist die 54-Jährige im Amt, als erste Frau an der Spitze eines großen Wall-Street-Instituts. Zum Jubiläum lud sie am Mittwoch zum Investorentag, um den Analysten und Geldgebern einen Zwischenstand zu geben. Es ist das erste Mal seit fast fünf Jahren, dass die Citigroup so ein Event veranstaltet. Der Krieg in der Ukraine macht die Lage für Fraser noch komplizierter.

Das Gesamtengagement der Citigroup in Russland belief sich Ende 2021 auf fast zehn Milliarden Dollar, wie die Bank mitteilte. Damit steht Citi mehr im Feuer als andere US-Banken. Zu Citis Engagement zählen auch 2,2 Milliarden Dollar an Unternehmenskrediten und 700 Millionen Dollar an Konsumentenkrediten. Eigentlich hatte die Bank versucht, sich vom Privatkundengeschäft in Russland zu trennen, was nun auf absehbare Zeit nicht mehr möglich sein wird.

Frasers Vorteil: Sie hat tiefe Einblicke in verschiedene Bereiche des Instituts, für das sie seit fast 18 Jahren arbeitet. Während der Finanzkrise bat sie der damalige Citigroup-CEO Vikram Pandit, ihr bei der massiven Umstrukturierung zu helfen. Sie pendelte zu dieser Zeit zwischen New York und London, wo ihr Mann und ihre zwei Söhne lebten.

Von der Erfahrung kann sie heute profitieren. Doch der Druck ist hoch. Das Geldhaus ist deutlich weniger profitabel als andere Großbanken. Der Aktienkurs hat in diesem Jahr bereits elf Prozent verloren, deutlich mehr als der KBW-Bankenindex. Und der Umbau wird teuer sein. Gleichzeitig hat sich der Kampf um Talente an der Wall Street im Zuge der Pandemie noch einmal deutlich verschärft. Alle Banken müssen ihren Mitarbeitern deutlich mehr zahlen, das schlägt auch bei der Citigroup auf die Kosten.

Die gebürtige Schottin verkündet reduzierte Profitabilitätsziele

Fraser verkündete am Mittwoch Profitabilitätsziele, die hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieben. In drei bis fünf Jahren peilt die gebürtige Schottin eine sogenannte harte Kernkapitalquote von elf bis zwölf Prozent an. In den vergangenen Jahren hatte Citi zu optimistische Prognosen aufgestellt, die die Bank dann nicht einhalten konnte.

Den Fehler will Fraser nicht wiederholen. Zudem muss sie die Bank mit neuen Technologien und Prozessen versehen, um die Regulierer nach teuren Compliance-Fehlern zu beruhigen. Aus dem Privatkundengeschäft in 13 Ländern will sie sich verabschieden, darunter Polen, Australien und Vietnam. Diese Länder sollen künftig aus Hubs wie London und Singapur bedient werden.

Wachstum will Fraser vor allem in der Investmentbank und in der Vermögensverwaltung generieren. Letztere Sparte hat sie gleich zu Beginn ihrer Amtszeit neu aufgestellt, um den Konkurrenten Marktanteile abzujagen. Die Umsätze und Gewinne des Instituts sollen „stabiler und vorhersehbarer“ werden, machte die Citi-Chefin klar. Ähnliche Strategien verfolgen unter anderem auch Goldman Sachs und die Bank of America.

Mehr Flexibilität im Kampf um Talente

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Große Hoffnungen setzt Citi auf den indischen Markt. 30 Prozent der globalen Konzerne, die in Indien investieren, seien schon jetzt Kunden der Bank. Gleiches gelte für 40 Prozent der sogenannten Einhörner, Start-ups, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden.

Im Kampf um Talente setzt Fraser im Vergleich zur Konkurrenz auf deutlich mehr Flexibilität, was die Rückkehr ins Büro anbelangt. So habe sie schon deutlich mehr Mitarbeiter überzeugen können, zur Citigroup zu wechseln. Covid ist nach wie vor ein Thema – ganz aktuell auch für ihren Vorstand. Eigentlich sollte der Investorentag in der Firmenzentrale in New York stattfinden, Fraser und ihre Kollegen hatten sich wochenlang darauf vorbereitet. Am Montag jedoch fiel der Coronatest bei zwei Managern positiv aus. Daher musste Fraser die Veranstaltung kurzfristig doch online abhalten.

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