Wirecard: Geheimdienstskandal um Marsaleks Flucht: Ausschuss will österreichischen Ex-Spion vernehmen
Der ehemalige Wirecard-Manager ist auf der Flucht.
Foto: Leopold FialaFrankfurt/München. Die Zeit im Gefängnis war kurz: Nach nur einem Wochenende in Haft ist ein hochrangiger Ex-Beamter des österreichischen Geheimdiensts BVT wieder auf freiem Fuß. Er soll dem ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek bei der Flucht geholfen haben.
Marsalek gilt im milliardenschweren Betrugsskandal um den insolventen Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München als einer der Hauptverdächtigen. Sein Landsmann Martin W., so der Name des Ex-Spions, gehörte über mehrere Jahre hinweg zu seinen engen Vertrauten. In Marsaleks Villa in der Münchener Prinzregentenstraße soll W. ein eigenes Büro besessen haben.
Grund genug für die österreichischen Ermittler, sich den Ex-Spion vorzuknöpfen: W. soll sich in den Befragungen am Wochenende äußerst kooperativ verhalten haben, heißt es in Wien. Möglich ist, dass W. weitere Beschuldigte belastet und Details über Marsaleks Geschäfte offenbart hat.
Seine Rolle interessiert nun auch die Abgeordneten im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Nach Informationen des Handelsblatts und der österreichischen Zeitung „Die Presse“ soll W. dort als Zeuge vorgeladen werden. Die Ausschuss-Obleute hatten sich darauf bereits am 13. Januar verständigt, am Donnerstag soll die Vorladung offiziell beschlossen werden.