Wirecard-Prozess: „Keiner, der Deals zugänglich ist“: Das ist der Richter, der über die Wirecard-Manager urteilt
Der 48-Jährige ist erst seit 2020 Vorsitzender Richter am Landgericht.
Foto: ReutersDüsseldorf. Für viereinhalb Jahre schickte Richter Markus Födisch im März 2021 einen Mann ins Gefängnis, der mehr als 90 Mal unberechtigt Corona-Soforthilfen beantragt hatte. Mehr als 2,5 Millionen Euro wollte der mehrfach vorbestrafte Täter ergaunern. Der Fall war derjenige, der in der Richterkarriere des 48-Jährigen bis dato das meiste öffentliche Interesse weckte und für einige Schlagzeilen sorgte.
Verglichen damit, was den Vorsitzenden Richter der vierten Strafkammer am Landgericht München I in den kommenden Monaten und womöglich Jahren erwartet, ist dies freilich kaum erwähnenswert.
Födisch und seine Kammer sollen im ersten Strafprozess im wohl spektakulärsten Wirtschaftsskandal der Republik richten: dem milliardenschweren Betrug, der den Zahlungsdienstleister Wirecard in die Insolvenz riss. Es war die erste und bislang einzige Pleite eines Dax-Konzerns. Banken verloren 3,1 Milliarden Euro, Anleger 24 Milliarden.
Der langjährige Wirecard-Chef Markus Braun sitzt bereits seit fast zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Im Maximalfall drohen Braun und den anderen beiden Angeklagten 15 Jahre Haft. Dafür müssten dem Manager-Trio die vorgeworfenen Betrugs- und Bilanzfälschungen nachgewiesen werden.