Cum-Ex-Prozess gegen Maple Bank: „Ohne Freshfields säßen wir nicht hier“: Ex-Maple-Manager machen beratende Anwälte verantwortlich
Den angeklagten Bankern wird vorgeworfen, „gemeinschaftlich Handelsstrukturen aufgebaut“ zu haben, die Cum-Ex-Aktiengeschäfte zu Lasten der Staatskasse zu ermöglichten.
Foto: dpaFrankfurt. Für Wolfgang Schuck ist dieser Prozess beschwerlich, das ist unverkennbar. Nur mit Mühe zwängt sich der einstige Chef der Maple Bank an den Plexiglasscheiben vorbei hinter den Tisch auf die Anklagebank. Er hört den beiden Staatsanwälten aufmerksam beim Verlesen der Anklageschrift zu, ab und zu macht er Notizen. Als der Richter ihn nach einer Stunde fragt, ob er eine Pause brauche, winkt Schuck ab.
Der 67-Jährige ist der Hauptangeklagte in einem weiteren Cum-Ex-Prozess, einer besonders perfiden Methode der Steuerhinterziehung. Dabei handelten die Beteiligten Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch im Kreis, um sich am Ende beim Fiskus zu bedienen: Sie ließen sich eine nur einmal abgeführte Kapitalertragsteuer zweimal erstatten.
Vier Jahre lang soll die Maple Bank dies laut Anklage unter Schuck praktiziert haben. Der Schaden für die Allgemeinheit betrug demnach 388.557.251,30 Euro. Die beschuldigten Banker verdienten dabei laut Staatsanwaltschaft „schätzungsweise mindestens 29.478.148,08 Euro“.
Cum-Ex Geschäfte waren jahrelang weit verbreitet. Üblicherweise wirkten dabei verschiedene Banken zusammen, um zumindest den Anschein eines normalen Aktiengeschäfts zu erwecken. „Die Maple Bank entschied sich dafür, die Aktiengeschäfte in einer zirkulären Struktur innerhalb der Maple-Gruppe durchzuführen, das heißt gewissermaßen die Aktien konzernintern im Kreis zu ,drehen‘“, ermittelten die Staatsanwälte.