Cum-Ex-Skandal: Ehemaliger Fortis-Banker gegen Kaution von 15 Millionen Euro freigelassen
Koordiniert wurde die gemeinsame Aktion von der europäischen Justizbehörde Eurojust.
Foto: IMAGO/ANPDüsseldorf. Frank Vogel ist wieder frei – zumindest vorerst. Der frühere Börsenhändler der Benelux-Bank Fortis war Anfang des Monats wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in großem Stil verhaftet worden. Seine Freilassung erfolgte gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 15 Millionen Euro. Außerdem muss Vogel strenge Meldeauflagen erfüllen. Das berichtet die niederländische Wirtschaftszeitung „Het Financieele Dagblad“.
Vogel soll an Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäften in verschiedenen Ländern beteiligt gewesen sein, womöglich sind auch Dänemark und Belgien betroffen. Gegen den Niederländer ermitteln verschiedene Staatsanwaltschaften. Die Niederländer gehen von einem Schaden von vier Millionen Euro aus. Dort konzentrieren sich die Ermittlungen auf Cum-Cum-Geschäfte, bei denen Auslandsaktionäre ihre Papiere für einige Tage ins Inland verliehen, um Steuererstattungen zu erhalten, die ihnen nicht zustanden.
In Deutschland geht es vorrangig um Cum-Ex-Geschäfte, mit denen Vogel deutlich größere Schäden angerichtet haben soll. Bei diesen Deals handelten die Beteiligten Aktien im Kreis und ließen sich eine nur einmal bezahlte Kapitalertragsteuer mehrfach erstatten. Vogel gehörte zu den ersten Bankern, die solche Geschäfte machten. Insider bezeichnen ihn sogar als „geistigen Vater“ von Cum-Ex. Vogels Anwalt reagierte nicht auf eine Anfrage.